Wohlsein!
Mit Sinn und Verstand Wein trinken ist vor allem eine Sache der Erfahrung. Wenn man das 30. Lebensjahr noch vor sich hat, ist man also fast zwangsläufig Stümper – es sei denn, man ist zufällig auf einem Weingut aufgewachsen oder befindet sich schon auf direktem Weg zum Alkoholismus.
Für alle anderen Amateure bleibt nur üben, die Sinne schärfen, nachlesen, die eigene Sensorik hinterfragen und sich fleißig durch die verschiedenen Anbaugebiete, Rebsorten, Lagen und Jahrgänge zu probieren. Da sich dabei schnell der Loriot-Effekt einstellt (“dieser schmeckt wie der erste”), entstand die Idee des Weintagebuchs. Und wenn man sich schon mit vereinten Kräften den Herausforderungen von Bukett, Adstringenz, Tanninen und Barrique stellen will – warum dann nicht statt mehreren Weintagebüchern gleich einen gemeinsamen Weinblog ins Leben rufen. Mal sehen, wie weit wir kommen.

"Sie müssen ihn unter die Zunge kriegen"
Das Team
Hannes hat den am besten gefüllten Weinkeller und trinkt statt drei schlechten Flaschen lieber eine gute. Er schätzt alles, was spanisch, rot, vollmundig und nach schweren Aromen duftet und schmeckt. Bei der Besprechung eines Weins überzeugt er durch die Einteilung des Geschmackerlebnisses in fünf Fünftel (“fällt im vierten Fünftel etwas ab”). Er weiß, wie man im Supermarkt aus wenig Budget das beste herausholt.
Ye behauptet von sich, Weine auf einer Skala von gut bis schlecht bewerten zu können, auf der es allerdings nur zwei Ausprägungen gibt. Da sie damit nur selten falsch liegt, ist sie eine kompetente Kontrollinstanz, wo andere Meinungen ins allzu blumige und phantasievolle abzurutschen drohen.
Ben bewegt sich kulinarisch wie önologisch am liebsten quer durch Frankreich. Er hält Wein für ein alltägliches Verbrauchsgut und behauptet (Selbstschutz?), ab fünf Euro aufwärts keine Qualitätsunterschiede mehr zu schmecken. Er hält sich vornehmlich an diversen vins de pays schadlos, seien es Syrahs oder fruchtige Chardonnays. Seine Neigung zur Bag-in-Box entspricht seinen Trinkgewohnheiten, wird aber aufgrund der mangelnden Abwechslung von den anderen nicht unkritisch gesehen.
Anna trinkt eigentlich gar keinen Alkohol. Deshalb hat sie Augen, Ohren und vor allem Gehirn frei, um sich auf die nicht weniger wichtigen Faktoren Farbe, Name und Etikett zu konzentrieren. Wenn ihr ein Wein zudem auch noch schmeckt, will das etwas heißen.