Name: Baron Philippe de Rothschild
Anbaugebiet: Languedoc-Roussillon
Rebsorten: Cabernet-Sauvignon
Jahrgang: 2008
Wo gekauft: Vinexus
Preis: 7,15 Euro
Name: Baron Philippe de Rothschild
Anbaugebiet: Languedoc-Roussillon
Rebsorten: Cabernet-Sauvignon
Jahrgang: 2008
Wo gekauft: Vinexus
Preis: 7,15 Euro
Name: Delheim
Anbaugebiet: Südafrika
Rebsorten: Pinotage, Muscat de Frontignan
Jahrgang: 2010
Wo gekauft: Vinexus
Preis: 6,80 Euro
Name: Pauser Classic Riesling
Anbaugebiet: Rheinhessen
Rebsorten: Riesling
Jahrgang: 2009
Wo gekauft: Vinexus
Preis: 6,90 Euro
Name: Riesling Classic
Anbaugebiet: Ruppertsberg/Weinstraße
Rebsorten: Riesling
Jahrgang: 2008
Wo gekauft: JWD
Preis: ca. 6 Euro
Trotz der noch kühlen Temperaturen naht schon die Zeit, wo man die schweren Rotweine im Schrank lässt und die feinen, leichten Weißweine hervorholt. Quasi zum Warmwerden heute also ein Riesling von der Weinstraße. Wenig im Bouquet außer einer leichte Alkoholnote (trotz der harmlosen 12%). Der erste Schluck: spritzig, recht sanft, recht gute Säurestruktur, aber vom typischen Riesling-Geschmack ist nicht so viel zu merken. Der Wein hat keine hervorstehenden Fruchtaromen irgendeiner Art, ist auch nicht sonderlich mineralisch. Süffig zwar, trinkt sich gut, nachdem er sich aber ein wenig erwärmt hat, ist er meiner Ansicht nach nicht mehr von einem billigen Supermarktwein zu unterscheiden. Durchaus angenehm zu trinken, aber das gilt für Graf Karolyi auch.
Name: Salice Salentino
Anbaugebiet: Apulien
Rebsorten: Negroamaro
Jahrgang: 2006
Wo gekauft: JWD
Preis: 6,40 €
Was für ein schönes Etikett… und ein angenehmer Geruch… nach reifen Beeren und abgebeiztem Holz…. wenn auch ein wenig stumpf…. allgemein große Vorfreude auf den ersten Schluck dieses auch farblich sehr ausgewogenen Weines. Hmm. Aromatisch, recht intensiv, voller Körper, Anklänge von roten Früchten, aber auch irgendwie mineralisch. Und nicht nur mineralisch – wonach schmeckt das noch? Laut schlürfend die Aromensuche. Rostig, metallisch, eisenhaltig – Blut!! So ist es. Dieser Wein schmeckt nach Blut. Hat man das Bild einmal im Kopf, ist es kaum zu ignorieren. Blutdürstig schlürfen wir die Gläser leer. Der einzige Ungläubige in der Runde kriegt sogar eine Eisentablette serviert, um ihm von der genuin sanguinischen Qualität des Gesöffs zu überzeugen. Zugegeben, die Flasche ist schnell leer, soweit reicht die Abneigung vor dem eigenen Körpersaft dann doch nicht. Blut ist dicker als Wasser, also rein damit. Die Offenbarung war der Salice Salentino aus nachvollziehbaren Gründen nicht. Eine volle Empfehlung sprechen wir aus für Schwangere nach der Entbindung, Untote sowie strenggläubige Katholiken zwecks Zelebrierung der Eucharistiefeier.
Name: Viajero Winemaker’s Selection
Anbaugebiet: Valle del Maule, Chile
Rebsorten: Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2005
Wo gekauft: Lidl
Preis: 7,99 €
Mal wieder einen Chilenen. Da werden Erinnerungen an den Aroma Fresa wach. Der Viajero ist ein Angebotswein von Lidl, aber mit 7,99 € nicht gerade günstig. Ich bin gespannt was der Wein zu bieten hat.
Das Etikett ist sehr schön gestaltet und enthält alle wesentlichen Informationen. Der Korken bröselt leicht. Im Glas dann erstmal Ernüchterung. Die Nase erkennt zwar sortentypische Cabernet-Aromen, diese treten aber leider nicht deutlich und intensiv hervor. Das Spektrum an Aromen ist durchaus breit, jedoch fehlt die Klarheit, Einfachheit und die Intensität. Der Wein ist ein Zungenschmeichler, keine Frage. Angenehm weich, mit guter Balance zwischen Säure und Tanninen, so rinnt er dem Gaumen entgegen. Die Aromen werden auf der Zunge aber nicht besser, vielmehr bestätigt sich der Eindruck der Nase. Der Wein wirkt etwas kompliziert, fast als würde sich hinter der breiten Front von Aromen Unreinheiten verbergen. Altes, eingeweichtes Holz fällt mir ein. 14 Monate in französischer Eiche wäre die Erklärung, nur dass mir diese Nuancen bei einem solchen Ausbau neu sind.
Beim dritten Glas auf einmal ein Moment der Klarheit. Klare, anregende Frucht! Doch sofort ist sie wieder weg und bleibt auch für den Rest des Abends verschollen. Leider.
Was bleibt ist jedenfalls der Eindruck einen Wein vor mir zu haben, der zwar in der Breite gut aufgestellt ist, dennoch nur mit dem Mundgefühl punkten kann. Für 7,99 € ist mir das eindeutig zu wenig.
Anbaugebiet: Al Mansa
Rebsorten: Monastrell, Tempranillo, Syrah, Garnacha Tintorera
Jahrgang: 2004
Wo gekauft: JWD
Preis: 6,40 €
Die Farbe: tiefdunkel, mit schönem Weinrot, wie man es von einem alten Wein nicht mehr unbedingt erwarten möchte. Die Flasche wurde schon vor einer Stunde geöffnet und der Wein ist trinkbereit. In der Nase ist zunächst nicht viel zu spüren. Der erste Schluck: jau. Sehr lecker. Starke Röstnoten, körperreich, “geräucherter Speck”, Curry nennt die anwesende Dame als ersten Eindruck. Auch “Piment” ist zu hören. Betreffend der Intensität sind sich die Anwesenden nicht einig: überwiegend wird dem Wein ein dichter, intensiver Charakter bescheinigt, aber eine Anwesende hält den Wein im ersten Moment für “dünn”.
Nach einer Weile wird der Wein runder und ausgewogener. Der Gran Marius ist ein sehr, sehr solider Tropfen, nicht sonderlich fruchtig, aber hervorragend ausgebaut, variantenreich und sehr angenehm zum Entrecôte, das er heute begleiten darf. Auffallend ist, wie sehr er nach ein paar Stunden noch dazugewinnt, und wärmer und weicher erscheint als zu Beginn.
Anbaugebiet: Salento
Rebsorten: Malvasia Nera
Jahrgang: 2008
Wo gekauft: Geschenk
Preis: ca. 8 €
Anregende, dunkle, violette Farbe. Der Wein hat ein schönes, fruchtiges und angenehmes Bukett, das einen vollmundigen, aber süffigen Wein erwarten lässt. Bei heftigem Schwenken zeigt sich eine sehr leichte Alkoholnote. Er umspielt die Zungenspitze harmonisch und angenehm, geht dann ins Würzige über (Spekulatius, Piment, Nelke fällt mir dazu ein) und wird dann etwas zu adstringent. Der Nachhall hat wenige Ausprägungen und ist nicht besonders lang (bis auf die Adstringenz). Dieser fällt im Gesamteindruck auch etwas zurück. Die Nase ist dennoch entzückt und auch das Auge ist sehr angeregt. Die Adstringenz führt zu einem andauernden Nachspülen.
Das Bukett hinterlässt nach einer Weile einen ausgeglichen konzentrierten Eindruck, bei dem ich höchstens Kirscharomen ausmache. Hmmm… Dazu ein Zungenspitzenschmeichler mit einer harmonischen Varietät dunkler Beeren. Der Nachhall will aber nicht so recht zu diesem Wein passen.
Den Wein würde ich gerne in ein paar Jahren noch einmal trinken und dazu ein gut gewürztes Stück Fleisch essen. Solo lassen sich seine Schwächen schlecht kaschieren und er kann sein eindeutig vorhandenes Potential nicht ausschöpfen. Am nächsten Tag ist die Adstringenz ein wenig verflogen, mit ihr ist allerdings auch die ausgeglichen konzentrierte Frucht etwas zurückgegangen.
Name: Baltasar Gracián
Anbaugebiet: Calatayud
Rebsorten: Grenache
Jahrgang: 2006
Wo gekauft: Vinos
Preis: 7,50 €
Ersteindruck: In der Nase ist zunächst der etikettierte Balsamico wahrzunehmen. Ansonsten denken wir an einen Fehler: Zwiebel. Geschmacklich ist der Eindruck direkt nach dem Cabernet weniger süß und fruchtig, aber komplexer und nuancenreicher, jedoch noch unharmonisch. Wir empfanden den Baltasar als entwicklungsfähig und haben ihn daher erstmal für ein Stündchen beiseite gestellt.
Nach ner Weile: Nach der Zwangspause vermuteten wir eine Verbesserung, wurden aber enttäuscht. Am Geruch hatte sich nichts getan. Der Geschmack etwas runder – in Teilen durchaus nuancenreich, der Ausbau ist angenehm platziert und die Säurestruktur ist komplex. Der Geschmack nach Essig bleibt, soll laut Etikett ja auch so sein – wir sind uns nicht ganz sicher, ob das zu einer Säure oder eher zu einem kalten Mundgefühl führt. Unser Urteil ist recht zwiespältig: die einen stören die Fehler und Störeinflüsse, die anderen betonen eher die Vielfältigkeit und die Ausgewogenheit der (subtilen) Aromen.
Ye sagt: Nichts. Ein bisschen bitter.
Name: Cabernet Sauvignon
Anbaugebiet: Western Cape, Südafrika
Rebsorten: Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2005
Wo gekauft: Geschenk
Preis: 6,50 €
Ersteindruck: Rundum zufriedene Nasen machen Vorfreude. Dieser Wein hat die Sonne eingefangen. Fruchtig, mit ausgeprägter Süße. “Fruchtyogurt” und “Marmelade” schallt es aus den billigen Reihen. Welche Frucht wird nicht sofort klar. Erdbeere wird eingeworfen, kurz steht schwarze Johannisbeere im Raum, beides wird bezweifelt. Das Etikett behauptet Kirsche. “Dunkle Beerenfrüchte” scheinen ein geeigneter Kompromiss. “Im Grundkörper Erdbeere, das wird zu Kirsche, und in der Spitze wird’s zur Pflaume” ist die ambitionierste Beschreibung. Der Wein gefällt! Die Farbe ist ein schönes Rot, ins Bräunlich-Violette hineinspielend.
Nach ner Weile: Im zweiten Glas bestätigt sich zunächst der erste Eindruck. Aber dann…. die Abwesenheit eines soliden Säuregerüsts lässt sich nicht mehr leugnen. Sonne hatte der Wein, aber nur ganz entfernt schmeckt man den Holzausbau. Der Geruch entwickelt sich nicht positiv, lässt sogar ungute Nebengerüche zu. Die Früchte zu harmlos, zu gefällig, wecken jetzt mehr Misstrauen als Begeisterung. Was keiner von uns zu Beginn gedacht hat: der Cabernet Sauvignon verabschiedet sich weit schwächer als anfangs erhofft.
Ye sagt: Gefällt mir gut – und süß.