In vino veritas - im Weine liegt die Wahrheit. Das ist seit 2000 Jahren bekannt. Doch eigentlich wohnen jedem Wein ja viel mehr als nur eine Wahrheit inne. Denn jeder schmeckt darin etwas anderes. Damit wir diese "Wahrheiten" nicht sofort wieder vergessen, schreiben wir sie hier auf.
Angenehm schlichtes Eti- und Bukett, ersteres kommt mit drei Worten aus, zweiteres mit leichten Frucht- und Gewürznoten. Recht trocken im Mund, einige gut abgerundete Tannine machen den Wein herb und nicht ganz gefällig im dritten Fünftel, aber mit langem, aromatischen Abgang. Insgesamt wirklich gut vinifiziert und sehr ausgewogen! Ein gutes Beispiel für einen gelungenen südfranzösischen Wein, nicht zu fruchtig, nicht zu stark ausgebaut, aber vollmundig und intensiv. Einfach und gut. So wie der Name.
Rebsorten: Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc
Jahrgang: 2008
Wo gekauft: in Frankreich
Preis: ca. 2,50 Euro / 0,375 ml
In der Nase drängt sich zunächst der Kunststoffkorken auf. Ansonsten ein recht ausgewogenes und zurückhaltendes Bild der Blume. Er zündet kein Aromenfeuerwerk. Ein wenig Sonne würde auch der Zunge gut tun. Das zu Anfang schöne Mundgefühl mit ausgewogenem mittleren Körper wird zudem durch eine leichte, aber penetrant unharmonische Säure gestört. Die verbleibenden Farbreflexe des geleerten Glases haben etwas roséhaftes. Ansonsten hat die Farbe ein unspektakuläres Rubinrot, das zu dem an Besonderheiten leidenden Wein passt. Unspektakulär, langweilig, aber trinkbar
Auch mit der Zeit wird nichts besser. Hatte man zunächst noch die Einbildung die Rebsorten Merlot und Cabernet Sauvignon erkennen zu können, schmeckt man gegen Ende nur noch Einheitsbrei.
Die Nase ist schön fruchtig, aber leicht unrund, und wird von zarten Obstlernoten, die ein wenig sprittig wirken, gestört. Daneben lassen sich Noten von unreifen Früchten wahrnehmen. Die Farbe ist dunkel und ein bisschen trübe. Auf der Zunge überzeugen starke Aromen (Kracher!). Daneben ist auch die Säure recht auffällig. Vegetative Noten, unreife Frucht (vielleicht Stachelbeere), Pflaume und eine leichte Bitterkeit sind auszumachen. Der Abgang ist lang anhaltend und durch die Säure geprägt.
Eigentlich ein ganz passabler Tropfen, der aber nicht jeden Geschmack treffen dürfte.
Die Flasche war schon einen Tag offen, als ich meinen Riechkolben zum ersten Mal in Richtung Wein hielt, von daher war das Bouquet bereits recht ausgewogen. Viel Holz, nicht wenig Alkohol, sonst kaum Aromen in der Nase. Im Geschmack: knochentrocken, tanninhaltig wohl in erster Linie durch die Lagerung, Barrique, und erst im Abgang ein paar fruchtige Noten nach roten Früchten und Gewürzen. Der Alkohol, immerhin 14% Vol. laut Etikett, schmeckt nicht durch. Körperreich, lässt sich vom Essen nicht beeindrucken (begleitet heute eine geschmorte Barbarie-Entenkeule mit Zwiebel-Rotwein-Sauce und ein Gratin dauphinoise von der Chayote), angenehm würzig im Abgang. Kein großer Wein, dafür werden die Aromen zu sehr vom Ausbau überdeckt, aber gut trinkbar.
Wieder einmal eine kleine Flasche für zwischendurch: Das Bukett besticht nicht gerade durch seine Intensität, ist aber in der Breite recht angenehm, wenn auch minimal alkoholisch. Dies gilt insgesamt auch für den Geschmack, welcher durch eine hervorstechende, lang anhaltende Säure gestört wird. Die Sonne hat er schon mal nicht eingefangen. Mit Wohlwollen spreche ich dem Wein zaghafte Aromen von Sauerkirsche und unreifen Brombeeren, sowie leichte Blumennoten zu; hinzu kommt eine frisch-vegetative Note, auf Eukalyptus will ich mich nicht festlegen. Wer sich mit der Säure anfreunden kann, bekommt etwas, das fast als harmonisch und ausgeglichen beschrieben werden kann. Trotzdem: Zum puren Genuss ist der Wein nicht wirklich geeignet, aber zu einem deftigen Fleischgericht – mir ist die ganze Zeit nach Ossobucco – würde ich mir das Fläschchen noch mal holen, zumal es in Relation zur großen günstiger war. So, ich brauch jetzt was fettiges.
Tatsächlich, die letzten Schluck werden dann mit einem Stück Käse im Mund noch angenehmer und fruchtiger. Die Säure ist wohl mit dem Fett beschäftigt…
Ersteindruck: Bei der ersten Nase begeistert ein reiches Bukett voller Holz, Früchte, Rosinen, Tabak. Pflaumenrot, sehr dunkel, ins violette hineinspielend perlt der Wein im Glas. Der erste Schluck: lecker, sehr trocken, nuancenreich, mehrdimensional. Im Abgang bleibt dann doch hauptsächlich das Eichenfass, in dem der Wein offenbar gelagert wurde. Schokolade hätte ich jetzt nicht nennen können, das Etikett aber schon, und so bildet man sich ein, auch die Schokolade schmecken zu können.
Nach ner Weile: Wider Erwarten fällt der Wein erst mal wieder ab. Er begleitet heute mit Ratatouille gefüllte Paprika- und Auberginehälften. Dazu fällt ihm nicht viel ein. Beim zweiten Glas schmeckt der Wein hauptsächlich trocken, gar etwas zu herb. Erst nach dem Essen läuft er wieder zur Form auf. Neues ist aber nicht mehr dabei. Es scheint, also ob Yes erster Kommentar sich auch als Schlusswort verwenden lässt.