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Das Weintagebuch

Weinblog-Videowoche: Delheim Rosé

Saturday Jul 17, 2010

Name: Delheim

Anbaugebiet: Südafrika

Rebsorten: Pinotage, Muscat de Frontignan

Jahrgang: 2010

Wo gekauft: Vinexus

Preis: 6,80 Euro


Chardonnay, Nederburg

Wednesday Oct 7, 2009

Nederburg ChardonnayName: Chardonnay

Anbaugebiet: Paarl, Western Cape

Rebsorten: Chardonnay

Jahrgang: 2008

Wo gekauft: Real

Preis: 3,75 € (als Kiste)

Ersteindruck: Intensive Nase, die zunächst mal entschlüsselt werden muss. Banane halte ich für dominant, aber auch Pfirsich und Melone ließen sich hineindeuten – fruchtig, aber ohne Zitrusfrüchte, eher berauschend als spritzig. Vorfreude auf den Wein – allerdings lässt der Gesichtsausdruck von Ye, die schon getrunken hat, nichts Gutes erahnen. Tatsächlich, da passt irgendwas überhaupt nicht. Was ist da los mit diesem Wein. Er schmeckt nicht nach Korken, hat aber einen intensiven Nebengeschmack – nach was? “Schmeckt wie Rotwein”, sagt Jiye, und so ist es auch: da ist eine ganze Menge Holz in diesem Chardonnay. Offenbar wurde er barriqueartig ausgebaut, oder zumindest kam er mit Substanzen in Berührung, die man in einem jungen Weißwein nicht vermuten würde. Rauchige Eiche dominiert den Körper, der Abgang schmeckt leicht nach Schwarzpulver*. Der harzige Gesamteindruck erinnert mich stark an Retsina. Überhaupt nicht, was man erwartet hätte. Und auch nicht sonderlich gut. Zum süß-scharfen San Bei Ji schmeckt er vielmehr eher zum Abgewöhnen.

Nach ner Weile: Nach dem zweiten Glas hat man sich in die unübliche Komposition dann doch einigermaßen eingetrunken. Zugegeben, die Eiche fügt einige recht komplexe und ungewohnte Aromen hinzu. So wird die unterliegende Frucht durch Karamell und Honig komplimentiert, der Wein erhält dadurch etwas sattes, buttriges. Nach einiger Zeit an der Luft klingt das Holz auch langsam ab, die rauchigen Noten verschwinden, und der Wein entwickelt einen durchaus runden, vielfältigen Geschmack. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich ihn abschließend bewerten soll. Einerseits will ich ihm nicht vorwerfen, etwas anders zu schmecken als was man so gewohnt ist in der Preisklasse unter 5 Euro. Andererseits wüsste ich ihn nur sehr schwer mit Essen zu kombinieren (vielleicht reifer, milder Käse?), und von einem jungen Chardonnay wünsche ich mir eigentlich weniger Experimente. Derart zwiegespalten beende ich den Test und widme mich nunmehr ganz dem Konsum.

Am nächsten Tag: Ahja! Ich hatte schon so eine Ahnung, dass der Chardonnay mit einem sahnigen Fischgericht ganz gut gehen würde, und kombinierte ihn deshalb mit Thunfischsteaks an einer recht kräftigen Safransauce. Das war dann doch sehr lecker, die buttrigen Noten des Weins kamen gut zur Geltung, die Tannine aus dem Holz hatten sich etwas abgeschwächt, aber die fruchtige Basis war geblieben. Jetzt bin ich froh, dass ich noch eine Flasche im Regal habe.

* Nicht dass ich schon mal Schwarzpulver gelöffelt hätte. Was ich meine: er schmeckt nach billigem Silvesterfeuerwerk. “Schwarzpulver” hört sich irgendwie professioneller an.


Cabernet Sauvignon, Nederburg

Friday Sep 18, 2009

Nederburg Cabernet SauvignonName: Cabernet Sauvignon

Anbaugebiet: Paarl, Western Cape, Südafrika

Rebsorten: Cabernet Sauvignon

Jahrgang: 2008

Wo gekauft: Kaiser’s

Preis: 4,99 €

Ersteindruck: Nach wenigen Tagen wieder ein Cabernet Sauvignon aus Südafrika, diesmal von Nederburg. Die Flasche wurde bereits eine Stunde vorher geöffnet, was vielleicht gar nicht notwendig gewesen wäre. Klare, rubinrote Farbe, aber noch transparent im Glas – nicht dünn, aber auch keine Suppe. Fruchtiges, voluminöses Bukett mit leichtem Holzanklang. Der erste Schluck: ein runder, fruchtiger, junger Cabernet, mit den sortentypischen Aromen nach Cassis, Kirsche, mit fein abgestimmter Säure, frisch und angenehm im Mund. So sanft umspielt er die Zunge, dass man sich fast an Öl erinnert fühlt. Man trinkt sich sofort ein – will man etwas kritisieren, dann dass dieser Wein doch noch etwas harmlos ist und nicht das gesamte Aromenfeuerwerk abbrennt.

Nach ner Weile: Der Cabernet – der heute kein Essen begleitet, da er nicht dazu passte – ist nach dem zweiten Glas noch runder, sanfter, aromatischer geworden. Noch auffälliger seine sanfte, seidige Textur. Ein richtig leckerer Wein, der sich hervorragend entwickelt und an dem man keine Fehler finden mag. Auf deftiges Essen mag ich ihn jetzt nicht loslassen, aber für das gepflegte Glas zum späten Abend ist er perfekt geeignet. Diese Flasche sollte man im Weinregal haben.

Ye sagt: Nicht zu süß, nicht zu sauer.


Cabernet Sauvignon, KWV

Wednesday Sep 16, 2009

Name: Cabernet Sauvignon

Anbaugebiet: Western Cape, Südafrika

Rebsorten: Cabernet Sauvignon

Jahrgang: 2005

Wo gekauft: Geschenk

Preis: 6,50 €

Ersteindruck: Rundum zufriedene Nasen machen Vorfreude. Dieser Wein hat die Sonne eingefangen. Fruchtig, mit ausgeprägter Süße. “Fruchtyogurt” und “Marmelade” schallt es aus den billigen Reihen. Welche Frucht wird nicht sofort klar. Erdbeere wird eingeworfen, kurz steht schwarze Johannisbeere im Raum, beides wird bezweifelt. Das Etikett behauptet Kirsche. “Dunkle Beerenfrüchte” scheinen ein geeigneter Kompromiss. “Im Grundkörper Erdbeere, das wird zu Kirsche, und in der Spitze wird’s zur Pflaume” ist die ambitionierste Beschreibung. Der Wein gefällt! Die Farbe ist ein schönes Rot, ins Bräunlich-Violette hineinspielend.

Nach ner Weile: Im zweiten Glas bestätigt sich zunächst der erste Eindruck. Aber dann…. die Abwesenheit eines soliden Säuregerüsts lässt sich nicht mehr leugnen. Sonne hatte der Wein, aber nur ganz entfernt schmeckt man den Holzausbau. Der Geruch entwickelt sich nicht positiv, lässt sogar ungute Nebengerüche zu. Die Früchte zu harmlos, zu gefällig, wecken jetzt mehr Misstrauen als Begeisterung. Was keiner von uns zu Beginn gedacht hat: der Cabernet Sauvignon verabschiedet sich weit schwächer als anfangs erhofft.

Ye sagt: Gefällt mir gut – und süß.


Merlot, Nederburg

Sunday Sep 6, 2009

Nederburg MerlotName: Merlot

Anbaugebiet: Paarl, Western Cape, Südafrika

Rebsorten: Merlot

Jahrgang: 2006

Wo gekauft: Geschenk

Preis: ca. 5 €

Ersteindruck: Bei der ersten Nase begeistert ein reiches Bukett voller Holz, Früchte, Rosinen, Tabak. Pflaumenrot, sehr dunkel, ins violette hineinspielend perlt der Wein im Glas. Der erste Schluck: lecker, sehr trocken, nuancenreich, mehrdimensional. Im Abgang bleibt dann doch hauptsächlich das Eichenfass, in dem der Wein offenbar gelagert wurde. Schokolade hätte ich jetzt nicht nennen können, das Etikett aber schon, und so bildet man sich ein, auch die Schokolade schmecken zu können.

Nach ner Weile: Wider Erwarten fällt der Wein erst mal wieder ab. Er begleitet heute mit Ratatouille gefüllte Paprika- und Auberginehälften. Dazu fällt ihm nicht viel ein. Beim zweiten Glas schmeckt der Wein hauptsächlich trocken, gar etwas zu herb. Erst nach dem Essen läuft er wieder zur Form auf. Neues ist aber nicht mehr dabei. Es scheint, also ob Yes erster Kommentar sich auch als Schlusswort verwenden lässt.

Ye sagt: Dünn. Sauer. Gut, aber nicht supergut.