Posted by Ben | Under 10 bis 11.99, 2006, Frankreich, Rotwein, Spätburgunder
Monday May 24, 2010
Name: Premier Cru – Les Peuillets
Anbaugebiet: Burgund, Frankreich
Rebsorten: Pinot Noir
Jahrgang: 2006
Wo gekauft: großer französischer Supermarkt
Preis: ca. 10 Euro
Zunächst herrscht Unklarheit über die Herkunft des Weins. Beim Winzer gekauft oder im Supermarkt? Wohl doch eher im Supermarkt, denn das Herkunftsdorf war nicht angefahren worden. Zum Wein: recht helle, durchscheinende rote Farbe, trotz des Alters von vier Jahren. In der Nase: leichte Störeinflüsse, der Wein riecht ein wenig unreif, mit Grasnoten und frischen Pflanzen. Im Mund geht der Wein sehr angenehm rein, schmeckt süffig und gefällig, ohne lieblich oder kantenlos zu werden. Das Schlückchen hätte alles, was ein guter Zechwein braucht, aber darüber hinaus hat der Wein einen angenehmen Abgang und bleibt noch eine Weile im Rachen präsent. Aromen treten kaum zutage, und der Wein hat ein schwaches Fruchtgerüst (“gewässerte Kirschkerne”), aber das ist auch gut so, denn starke Aromen würden die Süffigkeit und die Leichtigkeit des Weins wohl zunichte machen. Trotz dieser Defizite ist der Wein nicht langweilig und eindimensional. Alles in allem eine angenehme Bouteille, die zwar kein burgundisches Schwergewicht darstellt, sich aber in kürzester Zeit geleert und zufriedene Gesichter hinterlassen hat.
Anna sagt: feminines Etikett.
Ji Ye sagt: Leicht und schmeckt wie Pflanzen.
Posted by Hannes | Under 2006, 5 bis 5,99, Grenache, Monastrell, Rotwein, Spanien, Syrah, Vinos
Monday Apr 12, 2010
Name: Panarroz
Anbaugebiet: Jumilla
Rebsorten: Monastrell, Grenache, Syrah
Jahrgang: 2006
Wo gekauft: Vinos
Preis: 5,90 Euro
(Schwerer) Rotwein passt natürlich nicht zu allem, aber zu einem guten Stück Rind…
Die letzten Jahrgänge des Panarroz waren auch schon im Glas und so kann man ihn schon fast als alten Bekannten bezeichnen. Der 2006er ist schon teilweise ausverkauft. Warum dies so ist, soll hier beantwortet werden.
Die Farbe ist schön dunkel, die Nase nicht sehr aufdringlich, aber ziemlich stimmig, harmonisch und gefällig. Dominant, fast schon aufdringlich, ist das Gerüst aus Säure und Adstringenz. Vor allem ab dem dritten Fünftel wird die beinahe perfekte Frucht durch dieses Gerüst, das dazu leicht mehlig wirkt, überlagert. Die Fruchtnoten sind in ihrer Intesität nicht stark ausgeprägt, aber angenehm ist es, den Wein langsam über die Zunge gleiten zu lassen. Und wie angenehm… Die Weichheit, Komplexität und Stimmigkeit können dabei absolut überzeugen. Aber man will mehr: mehr Intensität, mehr Frucht im Abgang. Es fehlt die große Harmonie in der Gesamtschau. Der Ausgleich zur Dominanz der Adstringenz und nun vor allem der komplexen (tiefen?) Säure fehlt. Die ersten zwei Drittel sind dennoch wunderbar und daher sind auch die 590 Cent absolut ihr Geld wert.
Posted by Ben | Under 2006, 6 bis 7,99, Italien, JWD, Negroamaro, Rotwein
Tuesday Feb 23, 2010
Name: Salice Salentino
Anbaugebiet: Apulien
Rebsorten: Negroamaro
Jahrgang: 2006
Wo gekauft: JWD
Preis: 6,40 €
Was für ein schönes Etikett… und ein angenehmer Geruch… nach reifen Beeren und abgebeiztem Holz…. wenn auch ein wenig stumpf…. allgemein große Vorfreude auf den ersten Schluck dieses auch farblich sehr ausgewogenen Weines. Hmm. Aromatisch, recht intensiv, voller Körper, Anklänge von roten Früchten, aber auch irgendwie mineralisch. Und nicht nur mineralisch – wonach schmeckt das noch? Laut schlürfend die Aromensuche. Rostig, metallisch, eisenhaltig – Blut!! So ist es. Dieser Wein schmeckt nach Blut. Hat man das Bild einmal im Kopf, ist es kaum zu ignorieren. Blutdürstig schlürfen wir die Gläser leer. Der einzige Ungläubige in der Runde kriegt sogar eine Eisentablette serviert, um ihm von der genuin sanguinischen Qualität des Gesöffs zu überzeugen. Zugegeben, die Flasche ist schnell leer, soweit reicht die Abneigung vor dem eigenen Körpersaft dann doch nicht. Blut ist dicker als Wasser, also rein damit. Die Offenbarung war der Salice Salentino aus nachvollziehbaren Gründen nicht. Eine volle Empfehlung sprechen wir aus für Schwangere nach der Entbindung, Untote sowie strenggläubige Katholiken zwecks Zelebrierung der Eucharistiefeier.
Posted by Ben | Under 2006, Carignan, Frankreich, Grenache, Rotwein, Syrah
Monday Feb 22, 2010
Name: Domaine de Garrigottes
Anbaugebiet: Languedoc-Roussillon (Vin de Pays de la Vallée du Paradis)
Rebsorten: Carignan, Syrah, Grenache Noir
Jahrgang: 2006
Wo gekauft: War ein Mitbringsel
Preis: ?
Schon ein paar Jährchen hat der Wein in der Flasche verbracht, aber die Farbe strahlt recht gefällig, rot, nicht allzu schwer, fast ein wenig durchsichtig auf Beaujolais-Art. Die Nase nimmt ein paar Unsauberkeiten wahr: wenig bis keine Frucht, leicht sauer, naja. Der erste Schluck: uh yeah. Ganz schöner Knaller. Knochentrocken, sehr nüchtern, Tannine, kratzig im Abgang. Der Wein schmeichelt sich so gar nicht an den Gaumen an. Bärbeißig wie ein schlecht gelaunter alter Mann. Gefällt mir ganz gut eigentlich! Ich kann ihn mir gut vorstellen zu gegrilltem Fleisch, weniger zu Käse (wie es das Etikett vorschlägt). Ich würde ihn gerne mal im Vergleich zum Chapelle Sainte Marie trinken, will aber keine zwei Flaschen aufmachen heute. Das Glas ist schnell leer, und ich füll noch mal nach. Nicht das, was man sich so unter Genuss vorstellt, aber einfach und gradlinig. Wie das Etikett.
Posted by Ben | Under 12 bis 14.99, 2006, Rotwein, Spanien, Tempranillo, Vinos
Saturday Jan 30, 2010
Name: Sentido
Anbaugebiet: Ribera del Duero
Rebsorten: Tinta del País
Jahrgang: 2006
Wo gekauft: Vinos
Preis: 13,20 €
Der Sentido überzeugte zunächst durch eine schöne tiefrote Farbe. Erste Nase: kommt nix an, er verliert sich im tiefen Burgunderglas. Der erste Schluck: recht fruchtig, Brombeere, ein Tester glaubt auch, weihnachtliche Gewürznoten ausmachen zu können (Zitronat oder Orangeat möglicherweise). Würzig ist der Wein, hat eine recht ausgewogene Struktur, Säure und Tannine sind fein ausbalanciert. In den Spitzen wenige tragende Aromen. Viel ist ansonsten auch nicht dazu zu sagen: man kann ihn hervorragend trinken, die Flasche wird schnell leer, aber bis zum Schluss bleibt er eher zurückhaltend im Geschmack, man wird ein leichtes Gefühl der Kälte auf der Zunge (vor allem im Vergleich zum Gran Marius) nicht los.
Posted by Ben | Under 2006, Merlot, Rotwein, Spanien, Tempranillo
Sunday Dec 6, 2009
Name: Crianza
Anbaugebiet: La Mancha
Rebsorten: Merlot, Tempranillo
Jahrgang: 2006
Wo gekauft: war ein Mitbringsel
Preis: -
Die Flasche war schon einen Tag offen, als ich meinen Riechkolben zum ersten Mal in Richtung Wein hielt, von daher war das Bouquet bereits recht ausgewogen. Viel Holz, nicht wenig Alkohol, sonst kaum Aromen in der Nase. Im Geschmack: knochentrocken, tanninhaltig wohl in erster Linie durch die Lagerung, Barrique, und erst im Abgang ein paar fruchtige Noten nach roten Früchten und Gewürzen. Der Alkohol, immerhin 14% Vol. laut Etikett, schmeckt nicht durch. Körperreich, lässt sich vom Essen nicht beeindrucken (begleitet heute eine geschmorte Barbarie-Entenkeule mit Zwiebel-Rotwein-Sauce und ein Gratin dauphinoise von der Chayote), angenehm würzig im Abgang. Kein großer Wein, dafür werden die Aromen zu sehr vom Ausbau überdeckt, aber gut trinkbar.
Posted by Hannes | Under 2006, 4 bis 4.99, Frankreich, JWD, Rotwein, Syrah
Tuesday Oct 6, 2009
Name: Chapelle Sainte Marie
Anbaugebiet: Aude, Südfrankreich
Rebsorten: Syrah
Jahrgang: 2006
Wo gekauft: JWD
Preis: 4,95 €
Frisch, klar, unkompliziert ist das erste, was mir zu diesem Wein einfällt. Nicht gerade das Fruchtfeuerwerk, aber ein wenig Holunder, ein wenig Veilchen, ein wenig Cassis – alles gut dosiert und insgesamt stimmig. Dazu kommt ein schönes, samtiges Mundgefühl, das leicht von unreifen Noten gestört wird. Diese werden allerdings ganz gut durch die Süße überspielt. Ein wenig mehr Komplexität würde ich mir wieder einmal wünschen, ebenso einen geschmackvolleren Abgang. Ab dem dritten Fünftel fällt der Wein doch ein wenig ab. Nicht weil mich irgendetwas daran stört, sondern weil dort wenig ist. Das Bukett ist unaufdringlich, aber nett. Nichts stört und so treten auch schöne Fruchtnoten hervor. Eigentlich nicht mein Weintyp, aber dafür schlägt er sich ganz gut. Die etwas dosierte Frucht probiert man durch größere Schlucke zu kompensieren. Dies gelingt leider nicht ganz, werte ich aber als sehr gutes Zeichen. Nicht zu warm werden lassen.
Eine saubere Arbeit, die ich hier vor mir habe. Understatement, das gefällt. Ben, der könnte etwas für dich sein, wären da nicht die 4,95 €.
Negativ ist die Qualität des Korkens aufgefallen, dieser bröselt schnell und sollte nicht wieder auf die Flasche kommen.
Posted by Ben | Under 2006, 6 bis 7,99, Grenache, Rotwein, Spanien, Vinos
Wednesday Sep 16, 2009
Name: Baltasar Gracián
Anbaugebiet: Calatayud
Rebsorten: Grenache
Jahrgang: 2006
Wo gekauft: Vinos
Preis: 7,50 €
Ersteindruck: In der Nase ist zunächst der etikettierte Balsamico wahrzunehmen. Ansonsten denken wir an einen Fehler: Zwiebel. Geschmacklich ist der Eindruck direkt nach dem Cabernet weniger süß und fruchtig, aber komplexer und nuancenreicher, jedoch noch unharmonisch. Wir empfanden den Baltasar als entwicklungsfähig und haben ihn daher erstmal für ein Stündchen beiseite gestellt.
Nach ner Weile: Nach der Zwangspause vermuteten wir eine Verbesserung, wurden aber enttäuscht. Am Geruch hatte sich nichts getan. Der Geschmack etwas runder – in Teilen durchaus nuancenreich, der Ausbau ist angenehm platziert und die Säurestruktur ist komplex. Der Geschmack nach Essig bleibt, soll laut Etikett ja auch so sein – wir sind uns nicht ganz sicher, ob das zu einer Säure oder eher zu einem kalten Mundgefühl führt. Unser Urteil ist recht zwiespältig: die einen stören die Fehler und Störeinflüsse, die anderen betonen eher die Vielfältigkeit und die Ausgewogenheit der (subtilen) Aromen.
Ye sagt: Nichts. Ein bisschen bitter.
Posted by Ben | Under 2006, 4 bis 4.99, Merlot, Rotwein, Südafrika
Sunday Sep 6, 2009
Name: Merlot
Anbaugebiet: Paarl, Western Cape, Südafrika
Rebsorten: Merlot
Jahrgang: 2006
Wo gekauft: Geschenk
Preis: ca. 5 €
Ersteindruck: Bei der ersten Nase begeistert ein reiches Bukett voller Holz, Früchte, Rosinen, Tabak. Pflaumenrot, sehr dunkel, ins violette hineinspielend perlt der Wein im Glas. Der erste Schluck: lecker, sehr trocken, nuancenreich, mehrdimensional. Im Abgang bleibt dann doch hauptsächlich das Eichenfass, in dem der Wein offenbar gelagert wurde. Schokolade hätte ich jetzt nicht nennen können, das Etikett aber schon, und so bildet man sich ein, auch die Schokolade schmecken zu können.
Nach ner Weile: Wider Erwarten fällt der Wein erst mal wieder ab. Er begleitet heute mit Ratatouille gefüllte Paprika- und Auberginehälften. Dazu fällt ihm nicht viel ein. Beim zweiten Glas schmeckt der Wein hauptsächlich trocken, gar etwas zu herb. Erst nach dem Essen läuft er wieder zur Form auf. Neues ist aber nicht mehr dabei. Es scheint, also ob Yes erster Kommentar sich auch als Schlusswort verwenden lässt.
Ye sagt: Dünn. Sauer. Gut, aber nicht supergut.