Name: Pauser Classic Riesling
Anbaugebiet: Rheinhessen
Rebsorten: Riesling
Jahrgang: 2009
Wo gekauft: Vinexus
Preis: 6,90 Euro
Name: Pauser Classic Riesling
Anbaugebiet: Rheinhessen
Rebsorten: Riesling
Jahrgang: 2009
Wo gekauft: Vinexus
Preis: 6,90 Euro
Name: Barceló Blanco
Anbaugebiet: Kastilien
Rebsorten: Sauvignon Blanc
Jahrgang: 2009
Wo gekauft: Vinexus
Preis: 5,60 Euro
Name: Riesling Classic
Anbaugebiet: Ruppertsberg/Weinstraße
Rebsorten: Riesling
Jahrgang: 2008
Wo gekauft: JWD
Preis: ca. 6 Euro
Trotz der noch kühlen Temperaturen naht schon die Zeit, wo man die schweren Rotweine im Schrank lässt und die feinen, leichten Weißweine hervorholt. Quasi zum Warmwerden heute also ein Riesling von der Weinstraße. Wenig im Bouquet außer einer leichte Alkoholnote (trotz der harmlosen 12%). Der erste Schluck: spritzig, recht sanft, recht gute Säurestruktur, aber vom typischen Riesling-Geschmack ist nicht so viel zu merken. Der Wein hat keine hervorstehenden Fruchtaromen irgendeiner Art, ist auch nicht sonderlich mineralisch. Süffig zwar, trinkt sich gut, nachdem er sich aber ein wenig erwärmt hat, ist er meiner Ansicht nach nicht mehr von einem billigen Supermarktwein zu unterscheiden. Durchaus angenehm zu trinken, aber das gilt für Graf Karolyi auch.
Anbaugebiet: Mátraalja
Rebsorten: Chardonnay, Sauvignon Blanc, Pinot Blanc, Welschriesling, Lindenblättriger
Jahrgang: 2008
Wo gekauft: Kaufland
Preis: 2,90 €
Ein alter Bekannter aus Schultagen tritt heute Abend zur Begleitung von Nudeln mit Lachs-Sahne-Sauce an. Der gute Graf Károlyi, früher sechs Mark, heute drei Euro, früher mit einem nervigen Wachs-Siegel auf dem (Natur-)Korken, heute mit supermarkttauglichem Plastikkorken. Der Graf unterschreibt selbst auf der Rückseite des Etiketts und bittet mich nunmehr seit vielen Jahren, ihm meine Meinung zu seinem Weißwein zu schreiben. Obwohl ich mittlerweile doch einige Flaschen seines Qualitätswein b.A. konsumiert habe, muss ich zu meiner Schande eingestehen, dieser Aufforderung nie Folge geleistet zu haben.
László, falls Du hier mitliest: Du kannst es noch. Im Glas sehr hell, unauffällige Nase, im Geschmack fruchtig, frisch, blumig, wenig Säure, wenig Gerbstoffe. Kein komplexer Wein, im Abgang vielleicht ein bisschen billig, und mit der Kombination aus Sauvignon Blanc und Chardonnay geht er natürlich den Weg des geringsten Widerstands. Trotzdem, der Graf hat einen charakteristischen Geschmack, der ihn über Jahre hinweg erkennbar bleiben ließ, und nach einigen schwächeren Jahren scheint mir der Wein mit dem 2008er-Jahrgang wieder auf dem richtigen Weg zu sein. Ich hätte gar nichts dagegen, wenn der Graf im mittleren Supermarkt-Segment bliebe – da sich seit 10 Jahren der Preis nicht erhöht hat, scheint er ja eher die ganz niedrigen Preisbereiche anzupeilen. Ohne Not, für unter 3 Euro ist dieser Wein immer noch ein Bringer.
Name: Lamberti
Anbaugebiet: Venetien
Rebsorten: Pinot Grigio
Jahrgang: 2008
Wo gekauft: Edeka
Preis: 4,44 €
Bemerkenswert geruchslos, nichtssagende Farbe im Glas. Lieblos gestaltetes Etikett mit Zeichensetzungsfehler auf der Rückseite. Sehr flacher, ausdruckloser Geschmack ohne Frucht, trocken, eher säurearm. Schmeckt nach nix heißt auch: stört nix. Der Wein passt gut zum Fisch, sehr gut gekühlt ist er süffig und lässt sich anstandslos trinken. Mehr lässt sich beim besten Willen nicht dazu sagen. Würde er einen Euro weniger kosten, würde ich den Daumen hoch geben, aber über vier Euro sind ein bisschen viel für einen Koch- und Zechwein. Dann lieber der gute Tapie.
Name: La Cabriole
Anbaugebiet: Anjou-Saumur, Val de Loire
Rebsorten: Chenin Blanc
Jahrgang: 2008
Wo gekauft: JWD
Preis: 4,70 €
Ganz helle Farbe, fast weiß, eine zurückhaltende Nase, und dann ein wunderbar frischer, leichter Chenin Blanc. Feine Säurestruktur, angenehme Blütennoten, ein spritziger, gefälliger Körper. Dieser Wein leert sich Glas für Glas. Perfekt für einen lauen Sommerabend, aber auch Zürcher Geschnetzeltes begleitete er heute völlig anstandslos. Ein unkomplizierter Weißer für jede Gelegenheit, der auch eiskalt getrunken werden kann.
Anbaugebiet: Paarl, Western Cape
Rebsorten: Chardonnay
Jahrgang: 2008
Wo gekauft: Real
Preis: 3,75 € (als Kiste)
Ersteindruck: Intensive Nase, die zunächst mal entschlüsselt werden muss. Banane halte ich für dominant, aber auch Pfirsich und Melone ließen sich hineindeuten – fruchtig, aber ohne Zitrusfrüchte, eher berauschend als spritzig. Vorfreude auf den Wein – allerdings lässt der Gesichtsausdruck von Ye, die schon getrunken hat, nichts Gutes erahnen. Tatsächlich, da passt irgendwas überhaupt nicht. Was ist da los mit diesem Wein. Er schmeckt nicht nach Korken, hat aber einen intensiven Nebengeschmack – nach was? “Schmeckt wie Rotwein”, sagt Jiye, und so ist es auch: da ist eine ganze Menge Holz in diesem Chardonnay. Offenbar wurde er barriqueartig ausgebaut, oder zumindest kam er mit Substanzen in Berührung, die man in einem jungen Weißwein nicht vermuten würde. Rauchige Eiche dominiert den Körper, der Abgang schmeckt leicht nach Schwarzpulver*. Der harzige Gesamteindruck erinnert mich stark an Retsina. Überhaupt nicht, was man erwartet hätte. Und auch nicht sonderlich gut. Zum süß-scharfen San Bei Ji schmeckt er vielmehr eher zum Abgewöhnen.
Nach ner Weile: Nach dem zweiten Glas hat man sich in die unübliche Komposition dann doch einigermaßen eingetrunken. Zugegeben, die Eiche fügt einige recht komplexe und ungewohnte Aromen hinzu. So wird die unterliegende Frucht durch Karamell und Honig komplimentiert, der Wein erhält dadurch etwas sattes, buttriges. Nach einiger Zeit an der Luft klingt das Holz auch langsam ab, die rauchigen Noten verschwinden, und der Wein entwickelt einen durchaus runden, vielfältigen Geschmack. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich ihn abschließend bewerten soll. Einerseits will ich ihm nicht vorwerfen, etwas anders zu schmecken als was man so gewohnt ist in der Preisklasse unter 5 Euro. Andererseits wüsste ich ihn nur sehr schwer mit Essen zu kombinieren (vielleicht reifer, milder Käse?), und von einem jungen Chardonnay wünsche ich mir eigentlich weniger Experimente. Derart zwiegespalten beende ich den Test und widme mich nunmehr ganz dem Konsum.
Am nächsten Tag: Ahja! Ich hatte schon so eine Ahnung, dass der Chardonnay mit einem sahnigen Fischgericht ganz gut gehen würde, und kombinierte ihn deshalb mit Thunfischsteaks an einer recht kräftigen Safransauce. Das war dann doch sehr lecker, die buttrigen Noten des Weins kamen gut zur Geltung, die Tannine aus dem Holz hatten sich etwas abgeschwächt, aber die fruchtige Basis war geblieben. Jetzt bin ich froh, dass ich noch eine Flasche im Regal habe.
* Nicht dass ich schon mal Schwarzpulver gelöffelt hätte. Was ich meine: er schmeckt nach billigem Silvesterfeuerwerk. “Schwarzpulver” hört sich irgendwie professioneller an.
Anbaugebiet: Côtes de Gascogne
Rebsorten: Colombard, Ugni Blanc
Jahrgang: 2008
Wo gekauft: JWD
Preis: 3,95 €
Heute haben wir mal wieder einen absoluten Favoriten geöffnet, den Tapie von Plaimont, hier in der Ausgabe von 2008. Obwohl schon oft getrunken, begeistert der erste Schluck doch immer wieder auf’s Neue. Sehr fruchtig, erfrischend, mit angenehmen Zitrusnoten. Irgendeine tropische Frucht steht da noch ganz vage im Hintergrund, ganz fassen kann ich sie nicht. Vielleicht Maracuja? Die Frucht wird natürlich von einem gewissen Säuregehalt begleitet, der sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Auf leichtes Essen würde ich den Tapie auf jeden Fall loslassen, auch mit dem Spaghetti mit Käsesauce kommt er gut klar, für gehaltvollere Speisen würde ich vielleicht einen kräftigeren Weißen aufmachen.
Mit zunehmender Erwärmung wird der Tapie nicht unbedingt besser, auch das kennt man schon von ihm. Die Säure schlägt dann doch durch und verrät, dass es sich trotz der komplexen Fruchtnoten um einen Landwein handelt. Leider schmeckt er auch nur am ersten Tag der Öffnung richtig gut. Grund genug, sich noch ein letztes Gläschen einzuschenken.
Anbaugebiet: Côtes de Gascogne
Rebsorten: Ugni Blanc, Colombard
Jahrgang: 2007
Wo gekauft: Party-Überbleibsel
Preis: ca. 2.99 €
Nachdem die Bundestagswahl keinen Anlass für Schaumwein und der Zustand der SPD keinen Anlass für guten Rotwein darstellten, ergab sich die Gelegenheit, den von einer Party übriggebliebenen “Schepeschenee” zu verköstigen, der in der Variante Blanc de Blancs im Kühlschrank stand. Die Marke, die ich bisher noch in jedem Supermarktregal, egal auf welchem Kontinent, vorfand, muss einer der größten Rebenverwurster der Welt sein. Ein Jahrgang ist auf der Flasche nicht angegeben, offenbar schmeckt der Wein seit Jahren gleich, was ja auch etwas Beruhigendes hat (edit: auf dem Korken steht 2007). Die Bezeichnung “Blanc de Blancs” führt in die Irre. Laut Wikipedia hätte ich hierunter einen Chardonnay erwartet, weitere Recherchen ergaben die Rebsorten Ugni Blanc und Colombard. Nun gut.
Der Wein ist fast farblos und hat ein unauffälliges, schwach fruchtiges Bukett. Gut gekühlt schmeckt er nicht unangenehm, mit Aromen von Gewürzen, Muskat, ein wenig Birne, vielleicht auch Banane. Der Geschmack bleibt noch eine Weile in der Nase. Insgesamt macht der Wein einen generischen Eindruck – keine Fehler, keine Auffälligkeiten, man denkt an einen offenen Landwein in einem mittelprächtigen Restaurant – und bestätigt voll und ganz die Erwartungen, die man an einen namhaften Supermarktwein hat. Ist schon beeindruckend, dass man für drei Euro diese gleichbleibende sensorische Qualität garantieren kann. Besser diesen als gar keinen Wein, oder einen schlechten überteuerten. Andererseits muss man natürlich nur zwei Euro drauflegen, um ein aufregenderes Geschmackserlebnis zu bekommen. Abschließend: ein geeigneter Wein, wenn das Budget knapp ist, oder um ihn auf eine Party mitzubringen. Sicherlich nicht die letzte Flasche J. P. Chenet, die ich in meinem Leben geöffnet habe. Und damit schalten wir zurück nach Berlin ins Wahlstudio.
Name: Domaine du Gouyat
Anbaugebiet: Montravel
Rebsorten: Sauvignon Blanc, Sémillon
Jahrgang: 2008
Wo gekauft: JWD
Preis: 4,95 €
Ersteindruck: Schöne gelbe Farbe, aber wenig Aromen in der Nase. Der Wein riecht nach Alkohol, sogar etwas sprittig. Der erste Schluck überzeugt nicht. Wiederum leichter Alkoholgeschmack, keine ausgeprägten Fruchtnoten, die Säure nicht eben fein. Immerhin: erfrischend ist er, man trinkt sich schnell ein. Irgendwie reizt er die Geschmacksnerven dann doch.
Nach ner Weile: Eins muss man dem Wein lassen: vom gut gewürzten Curry, dessen weintechnische Begleitung nicht trivial ist, lässt er sich nicht beeindrucken. Solide und süffig begleitet er das Essen, die Flasche leert sich zusehends. Mit leichter Erwärmung baut er keinesfalls ab. Schließlich werden die Aromen im Abgang dann doch komplexer: eine Honignote bleibt im Mund. Interessant! Ein angenehmer Wein – nur ob er gleich fünf Euro kosten muss?
Ye sagt: Nicht besonders gut, schmeckt nicht nach Frucht, aber nach Alkohol.