Name: Toscar
Anbaugebiet: Alicante
Rebsorten: Monastrell
Jahrgang: 2007
Wo gekauft: Vinexus
Preis: 4,14 Euro
Name: Toscar
Anbaugebiet: Alicante
Rebsorten: Monastrell
Jahrgang: 2007
Wo gekauft: Vinexus
Preis: 4,14 Euro
Name: Marqués de Ballestar Reserva
Anbaugebiet: Cariñena, Spanien
Rebsorten: Garnacha, Tempranillo
Jahrgang: 2005
Wo gekauft: Kaiser’s
Preis: 4,44 Euro
Ein Cariñena ohne Carignan, aber dafür mit ordentlich Garnacha drin, wie man an der undurchsichtigen Farbe sieht. Die Nase ist etwas zurückhaltend, jedoch fein, mit zarter Frucht und Anklängen von Himbeeren. Der venöse Saft ist am Anfang noch recht angenehm mit einem Hauch Sauerkirsch, in der Mitte dann aber stark unharmonisch und rauh, kernig und leicht sauer. Aromen durchdringen all dies kaum. Na na na, eine solch ungehobelte Art will gar nicht so recht mit der netten Nase zusammengehen. Dann drängt es den aufgewirbelten Staub hinunter und es bleibt ein etwas längerer Nachhall, der aber leider an die negativen Seiten erinnert. So will keine Freude aufkommen. Nase und Zungenspitze finden trotzdem Gefallen an dem Tropfen, insgesamt aber nicht mehr ganz mein Geschmack.
Solo keine Empfehlung von meiner Seite, vielleicht etwas für den ambitionierten (Zigarren- oder Pfeifen-) Raucher.
Name: Vinha do Foral
Anbaugebiet: Setúbal, Portugal
Rebsorten: Fernão Pires
Jahrgang: 2009
Wo gekauft: JWD
Preis: 4,95 Euro
Zum Wolfsbarsch in Folie heute ein junger Portugiese, oder vielleicht eine junge Portugiesin, denn dieser Vinho kommt (warum eigentlich?) als Vinha daher. Sehr harmloses Bukett, angestrengtes Schnüffeln ergibt einige Frucht- und Blütentöne, wie ein zurückhaltendes Parfum. Zurückhaltend auch im Geschmack, frisch und leicht, etwas Zitrone, Orange, wohl auch ein wenig Honig. Hellgelb bis weiß übrigens auch die Farbe dieses recht unscheinbaren, aber leckeren und erfrischenden Sommerweines ohne große Akzente und ohne viel Tiefgründigkeit.
Ji Ye sagt: Lecker.
Name: Château Haut Mouleyres
Anbaugebiet: Bordeaux, Frankreich
Rebsorten: Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc
Jahrgang: 2008
Wo gekauft: in Frankreich
Preis: ca. 2,50 Euro / 0,375 ml
In der Nase drängt sich zunächst der Kunststoffkorken auf. Ansonsten ein recht ausgewogenes und zurückhaltendes Bild der Blume. Er zündet kein Aromenfeuerwerk. Ein wenig Sonne würde auch der Zunge gut tun. Das zu Anfang schöne Mundgefühl mit ausgewogenem mittleren Körper wird zudem durch eine leichte, aber penetrant unharmonische Säure gestört. Die verbleibenden Farbreflexe des geleerten Glases haben etwas roséhaftes. Ansonsten hat die Farbe ein unspektakuläres Rubinrot, das zu dem an Besonderheiten leidenden Wein passt. Unspektakulär, langweilig, aber trinkbar
Auch mit der Zeit wird nichts besser. Hatte man zunächst noch die Einbildung die Rebsorten Merlot und Cabernet Sauvignon erkennen zu können, schmeckt man gegen Ende nur noch Einheitsbrei.
Name: Finca Beltran Duo
Anbaugebiet: Mendoza, Argentinien
Rebsorten: Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2008
Wo gekauft: JWD
Preis: 4,90 Euro
Dieser Wein hat seinen stärksten Auftritt gleich am Anfang: satte tiefrote Farbe, perlt sehr sanft im Glas, die hohe Viskosität lässt ihn fast ölig erscheinen. Volles, fruchtiges Bukett nach Zimt und Kirschen. Der Geschmack überzeugt durch den vollen Körper, hier dominiert zu Beginn Sauerkirsch, dann auch Brombeere und Tabak. Johannisbeere hält sich im Hintergrund, kaum zu schmecken, und ich hätte diesen Tropfen blind nicht als Cabernet erkannt. Trotzdem, die Frucht überzeugt.
Im Abgang wird dann der hohe Tanningehalt erkennbar. Der Wein ist doch recht rauh in der Kehle. Dieser Eindruck verstärkt sich leider mit der Zeit. Nach ein paar Stunden an der Luft ist die Fruchtigkeit größtenteils verflogen, und der Wein hinterlässt ein rauhes, pelziges Gefühl im Mund. Immer noch lecker, aber kein reiner Genuss mehr. Ich bin mir nicht sicher, ob die Flasche einfach noch hätte weiter reifen sollen, aber für einen Neuweltwein ist der Finca Beltran ein etwas ruppiger Zeitgenosse.
Name: Le Bosc
Anbaugebiet: Pays d’Oc
Rebsorten: Cabernet Franc, Syrah
Jahrgang: 2008
Wo gekauft: JWD
Preis: 4,90 Euro
Zunächst präsentiert sich dieser Wein so wie er sein soll: frisch, aromatisch, fruchtig. Ich setze ihn heute zum Wiener Schnitzel ein, das weintechnisch ja nicht ganz eindeutig ist (eigentlich natürlich eher ein Gericht für ein Bier, aber das war nicht im Haus). Gefällig ist er, säurearm, und tanninarm sowieso, und so läuft er erst mal gut rein.
Nach ner Weile wird dann deutlich: die Aromen von Erdbeere und Traubensaft wissen zwar zu gefallen, auch das Bouquet ist einigermaßen intensiv, aber völlig rein im Geschmack ist der Wein leider nicht. Gerade im Abgang macht sich ein hefiger Unterton bemerkbar, der darauf hinweist, dass dieser Wein nicht ganz sauber vinifiziert wurde. Leider reiht er sich damit ein in die anderen Weine dieses Hauses. Der Weiße (Chardonnay-Sauvignon) ist zwar süffig, aber zu stark geschwefelt und macht Kopfschmerzen, der Rote (Merlot-Syrah) hat einen muffigen Haut-gout. So gesehen ist dieser Vertreter noch der seriöseste unter den Geschwistern, aber letztendlich ist dieser Wein Schlabberwasser.
Ji Ye sagt: So-so.
Anbaugebiet: Campo de Borja, Spanien
Rebsorten: Tempranillo, Garnacha
Jahrgang: 2005
Wo gekauft: JWD
Preis: 4,60 €
Das Etikett enthält leider keinen Hinweis darauf, aus welchen Rebsorten der Wein sich zusammensetzt – die Seite des Verkäufers enthält die gesuchten Informationen. Man hätte es sich ja auch denken können…
Das Bukett mit Anklängen dunkler roter Beerenfrüchte ist ein wenig zurückhaltend. Im Hintergrund eine leichte Alkoholnote. Eher frisch als fruchtbetont. Den Mund füllt der Wein ganz gut aus. Brombeeren und dunkle Kirschen sind dominierend, haben ihren Reifezeitpunkt aber ein wenig überschritten. Dazu gesellt sich noch ein bisschen Pflaumenmus. Kaum Säure und, wie ich finde, dazu passend kaum Adstringenz. Ein kurzer, unspektakulärer Abgang. Der Wein macht satt, das hält aber nicht lange vor.
Ein recht geselliger Zeitgenosse, der Santo Cristo, wirklich gute Freunde werden wir jedoch heute nicht mehr. Die fehlende Nase wirkt sich auch auf die Zunge aus, zumal sich die Früchte auch hier nicht von ihrer besten Seite zeigen. Aber wie schon erwähnt: ein recht geselliger Zeitgenosse.
Name: Diego de Almagro Crianza
Anbaugebiet: Valdepeñas
Rebsorten: Cencibel
Jahrgang: 2002
Wo gekauft: JWD
Preis: 4,90 €
Angesichts des Alters entschlossen wir uns, den Wein zu dekantieren. Die Farbe ließ nichts gutes erahnen. Was bei Menschen die sprichwörtliche Leichenblässe, ist beim Wein das tote, trübe Dunkel-Violett ohne Reflexe und Farbenspiel. Der Geruch gar nicht so schlecht, allerdings schon leicht essigartig. Die Runde trank – und blieb höflich. Etwas rauchig, etwas sauer, befand man. Könnte vielleicht ein guter Essig draus werden? Ob man den Wein kurz zurückstellen könne, vielleicht würde er sich ja noch entwickeln. Stunden später war klar: der entwickelte sich nicht mehr. Der war tot.
Name: Château de Chanzé Primeur
Anbaugebiet: Beaujolais
Rebsorten: Gamay
Jahrgang: 2009
Wo gekauft: JWD
Preis: 4,95 €
Der erste Wein des Jahres 2009 kommt aus dem Beaujolais. Helle, pflaumenviolette Farbe, auch in der Mitte durchsichtig. Leichte Unsauberkeiten und ein Hauch von süßem Gebäck in der Nase. Frisch, fruchtig, aber recht säureintensiv und mit wenig Süße. Anfänglich erinnert viel an unreife Frucht, auch etwas Hefe, aber der Eindruck klingt nach ein paar Schlucken ab. Kuriose Mischung aus Traubensaft und Wein, lustig und gut für Trainingszwecke geeignet, aber eine Flasche reicht dann auch.
Name: Sangiovese
Anbaugebiet: Terre de Chieti, Abruzzen
Rebsorten: Sangiovese
Jahrgang: 2008
Wo gekauft: JWD
Preis: 4,25 €
Der erste Schluck: Direkt nach dem Eingießen verströmt der Wein ein vollmundiges, beeriges Aroma. Der erste Schluck ist überraschend schwer und gehaltvoll, passt aber zur dunkelroten Farbe. Sehr fruchtig, Kirsche, Johannisbeere, nicht ohne Restsüße, was dem Wein etwas Nektarartiges verleiht. Der Alkohol tritt etwas sehr in den Vordergrund. Der Abgang schmeckt nach….. Käsefondue?! Versteh ich auch nicht, aber das ist auch nach dem ersten Glas meine erste Assoziation damit. Vielleicht aufgrund des im Käsefondue enthaltenen Kirschwasser. Nicht unangenehm aber. Für den fairen Preis hat man überraschend viel Wein im Glas.
Nach ner Weile: Ganz hervorragend passt der Sangiovese zu Spaghetti mit frischem Pesto. Ich könnte mir ihn aber auch sehr gut zu Tapas oder Pizza vorstellen. Mit der Zeit werden die verschiedenen Aromen noch ausgeprägter, allerdings schlagen auch die Tannine durch und der Wein verliert etwas von seiner fruchtigen Süße. Trotzdem: Lecker!