In Vinis Veritates |

Das Weintagebuch

Weinblog-Videowoche: Toscar, Salvador Poveda

Sunday Jul 18, 2010

Name: Toscar

Anbaugebiet: Alicante

Rebsorten: Monastrell

Jahrgang: 2007

Wo gekauft: Vinexus

Preis: 4,14 Euro


Weinblog-Videowoche: Barceló Blanco, Hijos de Antonio Barceló

Thursday Jul 15, 2010

Name: Barceló Blanco

Anbaugebiet: Kastilien

Rebsorten: Sauvignon Blanc

Jahrgang: 2009

Wo gekauft: Vinexus

Preis: 5,60 Euro


Marqués de Ballestar Reserva 2005

Wednesday Jun 2, 2010

Name: Marqués de Ballestar Reserva

Anbaugebiet: Cariñena, Spanien

Rebsorten: Garnacha, Tempranillo

Jahrgang: 2005

Wo gekauft: Kaiser’s

Preis: 4,44 Euro

Ein Cariñena ohne Carignan, aber dafür mit ordentlich Garnacha drin, wie man an der undurchsichtigen Farbe sieht. Die Nase ist etwas zurückhaltend, jedoch fein, mit zarter Frucht und Anklängen von Himbeeren. Der venöse Saft ist am Anfang noch recht angenehm mit einem Hauch Sauerkirsch, in der Mitte dann aber stark unharmonisch und rauh, kernig und leicht sauer. Aromen durchdringen all dies kaum. Na na na, eine solch ungehobelte Art will gar nicht so recht mit der netten Nase zusammengehen. Dann drängt es den aufgewirbelten Staub hinunter und es bleibt ein etwas längerer Nachhall, der aber leider an die negativen Seiten erinnert. So will keine Freude aufkommen. Nase und Zungenspitze finden trotzdem Gefallen an dem Tropfen, insgesamt aber nicht mehr ganz mein Geschmack.

Solo keine Empfehlung von meiner Seite, vielleicht etwas für den ambitionierten (Zigarren- oder Pfeifen-) Raucher.


Panarroz 2006, Jumilla

Monday Apr 12, 2010

Name: Panarroz

Anbaugebiet: Jumilla

Rebsorten: Monastrell, Grenache, Syrah

Jahrgang: 2006

Wo gekauft: Vinos

Preis: 5,90 Euro

(Schwerer) Rotwein passt natürlich nicht zu allem, aber zu einem guten Stück Rind…

Die letzten Jahrgänge des Panarroz waren auch schon im Glas und so kann man ihn schon fast als alten Bekannten bezeichnen. Der 2006er ist schon teilweise ausverkauft. Warum dies so ist, soll hier beantwortet werden.

Die Farbe ist schön dunkel, die Nase nicht sehr aufdringlich, aber ziemlich stimmig, harmonisch und gefällig. Dominant, fast schon aufdringlich, ist das Gerüst aus Säure und Adstringenz. Vor allem ab dem dritten Fünftel wird die beinahe perfekte Frucht durch dieses Gerüst, das dazu leicht mehlig wirkt, überlagert. Die Fruchtnoten sind in ihrer Intesität nicht stark ausgeprägt, aber angenehm ist es, den Wein langsam über die Zunge gleiten zu lassen. Und wie angenehm… Die Weichheit, Komplexität und Stimmigkeit können dabei absolut überzeugen. Aber man will mehr: mehr Intensität, mehr Frucht im Abgang. Es fehlt die große Harmonie in der Gesamtschau. Der Ausgleich zur Dominanz der Adstringenz und nun vor allem der komplexen (tiefen?) Säure fehlt. Die ersten zwei Drittel sind dennoch wunderbar und daher sind auch die 590 Cent absolut ihr Geld wert.


Santo Cristo Crianza

Thursday Mar 4, 2010

Name: Santo Cristo Crianza

Anbaugebiet: Campo de Borja, Spanien

Rebsorten: Tempranillo, Garnacha

Jahrgang: 2005

Wo gekauft: JWD

Preis: 4,60 €

Das Etikett enthält leider keinen Hinweis darauf, aus welchen Rebsorten der Wein sich zusammensetzt – die Seite des Verkäufers enthält die gesuchten Informationen. Man hätte es sich ja auch denken können…

Das Bukett mit Anklängen dunkler roter Beerenfrüchte ist ein wenig zurückhaltend. Im Hintergrund eine leichte Alkoholnote. Eher frisch als fruchtbetont. Den Mund füllt der Wein ganz gut aus. Brombeeren und dunkle Kirschen sind dominierend, haben ihren Reifezeitpunkt aber ein wenig überschritten. Dazu gesellt sich noch ein bisschen Pflaumenmus. Kaum Säure und, wie ich finde, dazu passend kaum Adstringenz. Ein kurzer, unspektakulärer Abgang. Der Wein macht satt, das hält aber nicht lange vor.

Ein recht geselliger Zeitgenosse, der Santo Cristo, wirklich gute Freunde werden wir jedoch heute nicht mehr. Die fehlende Nase wirkt sich auch auf die Zunge aus, zumal sich die Früchte auch hier nicht von ihrer besten Seite zeigen. Aber wie schon erwähnt: ein recht geselliger Zeitgenosse.


Diego de Almagro Crianza

Tuesday Feb 23, 2010

Name: Diego de Almagro Crianza

Anbaugebiet: Valdepeñas

Rebsorten: Cencibel

Jahrgang: 2002

Wo gekauft: JWD

Preis: 4,90 €

Angesichts des Alters entschlossen wir uns, den Wein zu dekantieren. Die Farbe ließ nichts gutes erahnen. Was bei Menschen die sprichwörtliche Leichenblässe, ist beim Wein das tote, trübe Dunkel-Violett ohne Reflexe und Farbenspiel. Der Geruch gar nicht so schlecht, allerdings schon leicht essigartig. Die Runde trank – und blieb höflich. Etwas rauchig, etwas sauer, befand man. Könnte vielleicht ein guter Essig draus werden? Ob man den Wein kurz zurückstellen könne, vielleicht würde er sich ja noch entwickeln. Stunden später war klar: der entwickelte sich nicht mehr. Der war tot.


Pau, Bodegas La Purísima

Tuesday Feb 2, 2010

Name: Pau

Anbaugebiet: Yecla

Rebsorten: Monastrell

Jahrgang: 2008

Wo gekauft: Vinos

Preis: 3,90 €

Sehr schöne, tiefdunkel-violette Farbe, angenehmes, fruchtiges Bukett. Ein frischer, leichter Rotwein, nicht ohne feine Säure, mit sehr angenehm aufeinander abgestimmten Frucht- und erdigen Aromen. Das Geschmacksgerüst steht eher dünn da und hält nicht viel aus; sogar der Alkohol schmeckt ein bisschen durch. Man denkt sofort: der kleinste Fehler, und der Pau hat nichts mehr zum Kaschieren. Ist aber irrelevant, denn an diesem kleinen feinen Wein stimmt alles. Kein großes Erlebnis, aber lecker, sehr trinkbar, kann man tatsächlich mal zu Pizza oder Pasta trinken, ohne sich gleich zu fragen, zu was der Wein noch alles passen könnte.


Sentido, Bodegas Neo

Saturday Jan 30, 2010

Name: Sentido

Anbaugebiet: Ribera del Duero

Rebsorten: Tinta del País

Jahrgang: 2006

Wo gekauft: Vinos

Preis: 13,20 €

Der Sentido überzeugte zunächst durch eine schöne tiefrote Farbe. Erste Nase: kommt nix an, er verliert sich im tiefen Burgunderglas. Der erste Schluck: recht fruchtig, Brombeere, ein Tester glaubt auch, weihnachtliche Gewürznoten ausmachen zu können (Zitronat oder Orangeat möglicherweise). Würzig ist der Wein, hat eine recht ausgewogene Struktur, Säure und Tannine sind fein ausbalanciert. In den Spitzen wenige tragende Aromen. Viel ist ansonsten auch nicht dazu zu sagen: man kann ihn hervorragend trinken, die Flasche wird schnell leer, aber bis zum Schluss bleibt er eher zurückhaltend im Geschmack, man wird ein leichtes Gefühl der Kälte auf der Zunge (vor allem im Vergleich zum Gran Marius) nicht los.


Gran Marius, Bodegas Piqueras

Saturday Jan 30, 2010

Name: Gran Marius

Anbaugebiet: Al Mansa

Rebsorten: Monastrell, Tempranillo, Syrah, Garnacha Tintorera

Jahrgang: 2004

Wo gekauft: JWD

Preis: 6,40 €

Die Farbe: tiefdunkel, mit schönem Weinrot, wie man es von einem alten Wein nicht mehr unbedingt erwarten möchte. Die Flasche wurde schon vor einer Stunde geöffnet und der Wein ist trinkbereit. In der Nase ist zunächst nicht viel zu spüren. Der erste Schluck: jau. Sehr lecker. Starke Röstnoten, körperreich, “geräucherter Speck”, Curry nennt die anwesende Dame als ersten Eindruck. Auch “Piment” ist zu hören. Betreffend der Intensität sind sich die Anwesenden nicht einig: überwiegend wird dem Wein ein dichter, intensiver Charakter bescheinigt, aber eine Anwesende hält den Wein im ersten Moment für “dünn”.

Nach einer Weile wird der Wein runder und ausgewogener. Der Gran Marius ist ein sehr, sehr solider Tropfen, nicht sonderlich fruchtig, aber hervorragend ausgebaut, variantenreich und sehr angenehm zum Entrecôte, das er heute begleiten darf. Auffallend ist, wie sehr er nach ein paar Stunden noch dazugewinnt, und wärmer und weicher erscheint als zu Beginn.


Finca de la Vega Crianza

Sunday Dec 6, 2009

Name: Crianza

Anbaugebiet: La Mancha

Rebsorten: Merlot, Tempranillo

Jahrgang: 2006

Wo gekauft: war ein Mitbringsel

Preis: -

Die Flasche war schon einen Tag offen, als ich meinen Riechkolben zum ersten Mal in Richtung Wein hielt, von daher war das Bouquet bereits recht ausgewogen. Viel Holz, nicht wenig Alkohol, sonst kaum Aromen in der Nase. Im Geschmack: knochentrocken, tanninhaltig wohl in erster Linie durch die Lagerung, Barrique, und erst im Abgang ein paar fruchtige Noten nach roten Früchten und Gewürzen. Der Alkohol, immerhin 14% Vol. laut Etikett, schmeckt nicht durch. Körperreich, lässt sich vom Essen nicht beeindrucken (begleitet heute eine geschmorte Barbarie-Entenkeule mit Zwiebel-Rotwein-Sauce und ein Gratin dauphinoise von der Chayote), angenehm würzig im Abgang. Kein großer Wein, dafür werden die Aromen zu sehr vom Ausbau überdeckt, aber gut trinkbar.