In Vinis Veritates |

Das Weintagebuch

Marqués de Ballestar Reserva 2005

Wednesday Jun 2, 2010

Name: Marqués de Ballestar Reserva

Anbaugebiet: Cariñena, Spanien

Rebsorten: Garnacha, Tempranillo

Jahrgang: 2005

Wo gekauft: Kaiser’s

Preis: 4,44 Euro

Ein Cariñena ohne Carignan, aber dafür mit ordentlich Garnacha drin, wie man an der undurchsichtigen Farbe sieht. Die Nase ist etwas zurückhaltend, jedoch fein, mit zarter Frucht und Anklängen von Himbeeren. Der venöse Saft ist am Anfang noch recht angenehm mit einem Hauch Sauerkirsch, in der Mitte dann aber stark unharmonisch und rauh, kernig und leicht sauer. Aromen durchdringen all dies kaum. Na na na, eine solch ungehobelte Art will gar nicht so recht mit der netten Nase zusammengehen. Dann drängt es den aufgewirbelten Staub hinunter und es bleibt ein etwas längerer Nachhall, der aber leider an die negativen Seiten erinnert. So will keine Freude aufkommen. Nase und Zungenspitze finden trotzdem Gefallen an dem Tropfen, insgesamt aber nicht mehr ganz mein Geschmack.

Solo keine Empfehlung von meiner Seite, vielleicht etwas für den ambitionierten (Zigarren- oder Pfeifen-) Raucher.


Zinfandel, Gallo

Saturday Mar 27, 2010

Name: Zinfandel

Anbaugebiet: Sonoma County, Kalifornien, USA

Rebsorten: Zinfandel

Jahrgang: 2008

Wo gekauft: Kaiser’s

Preis: 3,70 €

Bleiben wir bei der Familie Gallo, denn vieles, was auf den Cabernet von neulich zutrifft, gilt auch für den Zinfandel aus dem gleichen Hause. Fruchtig, samtig, konsensfähig. Der Zinfandel ist nicht ganz so übertrieben, was seine Fruchtfülle angeht, aber er ist konzentrierter: ein intensiver Geruch und Geschmack nach Brombeeren und Blaubeeren, der sich einen Tag nach Öffnung noch verstärkt. Im ersten Fünftel auch ein leichter Anklang an Tabak, der zusammen mit den Fruchtaromen an Wasserpfeife denken lässt. Fein, dieser Wein, ein wirklich angenehmer Begleiter, der viel weniger unseriös und beliebig daherkommt als sein Bruder Cabernet. Hiervon hätte ich gern noch ein paar Flaschen im Regal, für harmoniebedürftige Stunden.


Cabernet Sauvignon, Gallo

Monday Mar 22, 2010

Name: Cabernet Sauvignon

Anbaugebiet: Sonoma County, Kalifornien, USA

Rebsorten: Cabernet Sauvignon

Jahrgang: 2008

Wo gekauft: Kaiser’s

Preis: 3,70 €

Gallo ist seinem Herkunftsland nicht unähnlich. Eine starke Marke mit weltweiter Reputation. Omnipräsent. Hat die (Wein-)Welt geprägt. Bietet für jeden etwas. Verlässlich. Allerdings: klar überbewertet. Deshalb bedarf es schon eines guten Angebots – etwa eines niedrigen Dollarkurses, oder einem Preisnachlass im Supermarkt meines Vertrauens – um hier zuzugreifen. Verlockend wie ein günstiger Flug nach New York steht der Gallo für 3,70 € im Regal. Hier kann man nicht viel falsch machen, also werden einige Flaschen eingecatert.

Fruchtige, blumige Nase, schöne hellviolette Farbe, sehr fruchtiger Geschmack von dunklen Beeren, vor allem Johannisbeere und Kirsche. Der Säuregehalt ist extrem gering, der Abgang kurz, das ganze Geschmackserlebnis ist likörhaft gefällig, in der Aromafülle fast künstlich bis ins parfümierte. Hier hat die kalifornische Sonne ganze Arbeit geleistet. Der Wein ist angenehm am Gaumen, aber anspruchslos, beliebig, ohne Reibungspunkte.

Einige Gläser später hat sich die Aromenfülle nicht ganz halten können, in der Nase schlägt jetzt der Alkohol stark durch und verstärkt den likörhaften Eindruck. Der Gallo ist der Inbegriff des Design-Weins, vinifiziert für den Massengeschmack. Für die normalerweise aufgerufenen 5 Euro würde ich ihn nicht empfehlen, aber im Angebot kriegt man doch recht viel Aroma für sein Geld. Interessieren würde mich die etwas höherpreisige “Turning Leaf”-Reihe, die ebenfalls einen Cabernet Sauvignon einschließt. Müsste man bei Gelegenheit mal eine Flasche mitnehmen.


Bordeaux Supérieur, Château Les Martineaux

Wednesday Dec 9, 2009

Name: Bordeaux Superieur

Anbaugebiet: Bordeaux

Rebsorten: Unklar

Jahrgang: 2007

Wo gekauft: Kaisers

Preis: 3,99

Der erste Schluck: Trübe, violette Farbe ohne Farbreflektionen. Nichtssagend im Bouquet. Der erste Eindruck: sauer, stumpf, es kommt kaum Geschmack an. Der Wein hinterlässt ein pelziges Gefühl auf der Zunge. Kein Nachhall, ein insgesamt eindimensionales Erlebnis. Zu Tiefkühlpizza kann er nichts kaputtmachen.

Am nächsten Tag: Die Säure hat sich etwas reduziert, der Wein hat geatmet. Jetzt kommen ein paar schwache Fruchtnoten und ein Nachhall von Gras oder grünem Holz an. Kann man trinken, denn es gibt keine Störgrößen. Superior ist an diesem Tropfen allerdings nichts. Empfiehlt sich, wenn Rotwein gebraucht wird, aber aus irgendwelchen Gründen nichts besonderes aufgemacht werden soll.


Black Shiraz, J. C. Beauvoir

Sunday Oct 4, 2009

Beauvoir Black Shiraz

Name: Black Shiraz

Anbaugebiet: Languedoc

Rebsorten: Syrah

Jahrgang: 2008

Wo gekauft: Kaiser’s

Preis: 2,99 €

Der Wunsch nach einem kräftigen Rotwein stand hinter der Entkorkung dieser Flasche, die neulich als Angebot in den Einkaufswagen wanderte. Eine schöne, dunkelrote, an den Ränder violette Farbe schwenkt im Glas, das Bukett hingegen ist nichtssagend. Der erste Schluck: gar nicht übel, pfeffrig, stimmig, allerdings einseitig und schwach im Abgang. Man kann schon erkennen, wo dieser Wein gerne hinmöchte. Einige Tannine stehen im Hintergrund, tragen allerdings wenig zum Gesamteindruck bei. Nach einiger Zeit an der Luft wird klar: hier kommt nichts mehr. Ganz wenig Frucht, wenig Aroma, und ein paar leichte Unsauberkeiten (Nebenaromen, die nicht zum Wein passen)… der Black Shiraz bleibt hinter den Erwartungen zurück und vermag es nicht, als Partner der Entenbrust das Essen zu komplettieren. Man trinkt ihn gar nicht ungern, aber sonderlich viele Wahrheiten sind in diesem Wein nicht zu finden.


Cabernet Sauvignon, Nederburg

Friday Sep 18, 2009

Nederburg Cabernet SauvignonName: Cabernet Sauvignon

Anbaugebiet: Paarl, Western Cape, Südafrika

Rebsorten: Cabernet Sauvignon

Jahrgang: 2008

Wo gekauft: Kaiser’s

Preis: 4,99 €

Ersteindruck: Nach wenigen Tagen wieder ein Cabernet Sauvignon aus Südafrika, diesmal von Nederburg. Die Flasche wurde bereits eine Stunde vorher geöffnet, was vielleicht gar nicht notwendig gewesen wäre. Klare, rubinrote Farbe, aber noch transparent im Glas – nicht dünn, aber auch keine Suppe. Fruchtiges, voluminöses Bukett mit leichtem Holzanklang. Der erste Schluck: ein runder, fruchtiger, junger Cabernet, mit den sortentypischen Aromen nach Cassis, Kirsche, mit fein abgestimmter Säure, frisch und angenehm im Mund. So sanft umspielt er die Zunge, dass man sich fast an Öl erinnert fühlt. Man trinkt sich sofort ein – will man etwas kritisieren, dann dass dieser Wein doch noch etwas harmlos ist und nicht das gesamte Aromenfeuerwerk abbrennt.

Nach ner Weile: Der Cabernet – der heute kein Essen begleitet, da er nicht dazu passte – ist nach dem zweiten Glas noch runder, sanfter, aromatischer geworden. Noch auffälliger seine sanfte, seidige Textur. Ein richtig leckerer Wein, der sich hervorragend entwickelt und an dem man keine Fehler finden mag. Auf deftiges Essen mag ich ihn jetzt nicht loslassen, aber für das gepflegte Glas zum späten Abend ist er perfekt geeignet. Diese Flasche sollte man im Weinregal haben.

Ye sagt: Nicht zu süß, nicht zu sauer.


La Colombe, Coteaux des Baronnies

Monday Sep 14, 2009

Name: La Colombe, Vin de Pays, Coteaux des Baronnies

Anbaugebiet: Rhône-Tal

Rebsorten: Grenache, Syrah

Jahrgang: ?

Wo gekauft: Kaiser’s

Preis: 1,59 € für 0,25 l

Ersteindruck: Negativ fällt schon mal ins Auge, dass die Etikettierung keinerlei Auskunft über das Wo, Wann und Was gibt. Die Internetrecherche hilft weiter. Bio steht natürlich drauf. Nach dem Öffnen schlägt einem auch erstmal eine Bio-Ethanol-Fahne ins Gesicht. Glücklicherweise verflüchtigt sich diese, sobald der Wein ein wenig im Glas ist. Der Geruch erinnert dann am ehesten an Leukoplast. Durch (wirklich) heftiges Schwenken treten aber reife dunkle Beerenfrüchte hervor, die extrem schnell verfliegen und daher nicht zu fassen sind. Beim ersten Schluck dominiert eine unharmonische Säure und es verbleibt ein ungutes Gefühl im Mund. Sonst nur Fragezeichen.

Nach ner Weile: Die Leukoplast-Nase verschwindet glücklicherweise mit der Zeit. Ansonsten fällt mir zur Nase nicht viel ein. Die Säure wirkt nicht mehr so aufdringlich. Der Geschmack bleibt aber wenig ausgewogen und dysharmonisch. Im Mund geht es zu wie in einem Taubenschlag. Man hat das Gefühl, dass sich die Säure wie ein leichter Pelz um die Zunge legt. Sofern man glaubt etwas fruchtigere Noten wahrzunehmen, wird das Geschmacksbild sofort durch Unreinheit und Unordnung gestört. Das etwas kalte Mundgefühl ist recht angenehm. Es scheint von allem etwas, jedoch von nichts genug in diesem Wein zu geben. Die Farbe gefällt.

Die letzten Schluck werden dann aber doch angenehmer und stimmen milde. Mit dem Gefühl, dass sich der Wein noch verbessert hätte, wird die Verkostung beendet. Das Täubchen kommt mir wohl trotzdem nicht mehr ins Haus. Vor allem weil 3 mal 1,59 € immerhin 4,77 € ergeben. Und für das Geld bekommt man wesentlich Besseres.

Nach dem letzten Schluck würde mich dann doch der direkte Vergleich mit dem Côtes du Rhône interessieren.


Bardolino Classico “Dell’Angelino”, Veneto

Friday Aug 28, 2009

IMG_0096Name: Bardolino Classico “Dell’Angelino”

Anbaugebiet: Veneto, Nordostitalien

Rebsorten: “hauptsächlich” Corvina

Jahrgang: 2008

Wo gekauft: Kaiser’s

Preis: 1,99 €

Ersteindruck: Dieser Wein kommt nicht vom Engelchen, sondern eher aus England. Die Nase nimmt leichte Spülmittelnoten wahr, ansonsten wenig bis nichts. Auch die Zunge wird wenig stimuliert. Dünn, weich, leicht.

Nach ner Weile: Leichte Veilchennoten treten bei ordentlichem Schwenken hervor. Das Bukett bleibt aber insgesamt bei einem Blümchen. Bekannte Aromen treten auf der Zunge nicht hervor, aber eine angenehm leichte Säure. Ansonsten bestätigt sich aber auch hier ein Hauch von Spülmittel, dazu genannte, bzw. ähnliche Blumennoten. Rinnt der Wein weiter Richtung Gaumenzäpfchen (Uvula), sagt einem die innere Stimme “bis hierhin und nicht weiter”. Trotz (oder gerade aufgrund?) der nur 11,5 %vol. habe ich den Verdacht, dass dieser Wein zu Kopfschmerzen führen könnte, daher wird das Experiment mit einem blümeranten Gefühl nach zwei Gläschen beendet. Ob dieser Wein zum Kochen taugt?

Anna sagt: Das Etikett ist sachlich. Der Wein ist nicht sehr farbintensiv, sieht ein wenig verdünnt aus.


Vega Libre, Utiel-Requena

Tuesday Aug 25, 2009

IMG_0100

Name: Vega Libre Reserva

Anbaugebiet: Utiel-Requena,

Südostspanien

Rebsorten: Tempranillo

Jahrgang: 2005

Wo gekauft: Kaiser’s

Preis: 3,49€

Ersteindruck: Blume mit Holznoten, Lakritz, rund, harmonisch. Der Geschmack ist vielfältig, rund, lässt allerdings recht schnell nach, wirkt auf der Höhe sogar etwas dünn. Nicht ohne Säure. Wirkt im Abgang länger nach, entfaltet neue Noten nach Karamel, leicht rauchig. Langanhaltender angenehmer Nachhall.

Nach ner Weile: Nach einigen Gläsern dominieren Waldbeeren- und Holznoten, jedoch nicht in den Spitzen, sondern eher im Grundkörper. Der Wein bleibt ganzheitlich, aber nicht komplex. Läuft. Begleitete den Käse sehr angenehm, entwickelt sich aber wenig. Insgesamt: zurückhaltend, aber dennoch ausgewogen und solide. Angesichts der Breite überrascht der niedrige Preis (keine deutlichen Fehler!). Für diesen Preis eine Kaufempfehlung, auch wenn wir vermuten, dass er nach einigen Flaschen langweilig wird.

Anna meint: Hübsches Etikett!

Am nächsten Tag: Der Wein hat so gut wie nichts an Geschmack und Geruch eingebüßt, hinterlässt aber einen trockeneren Eindruck.


Domaine de Fraisse, Coteaux de Languedoc

Sunday Aug 23, 2009

Domaine de FraisseName: Domaine de Fraisse

Anbaugebiet: Coteaux de Languedoc

Rebsorten: Carignan, Grenache, Syrah

Jahrgang: 2008

Wo gekauft: Kaiser’s

Preis: 3,70€

Ersteindruck: Rubinrote, klare Farbe, frisches Bukett. Der erste Schluck: frisch, etwas säuerlich, Zitrusnoten, etwas flach. Keine weinfremden Aromen. Hinterlässt kaum Nachgeschmack.

Nach ner Weile: Hat sich auch nach mehreren Stunden an der Luft nicht weiterentwickelt. Am Geschmackserlebnis ändert sich kaum was. Passt sich gut ans Essen an, ohne Akzente zu setzen. Keine erkennbaren Fehler / Störeinflüsse. Kann man für den Preis wohl noch mal kaufen. Ist garantiert auch als Kochwein geeignet.

Ye sagt: Gut.