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Das Weintagebuch

Pago de Cirsus, Bodegas Iñaki Nuñez

Saturday Sep 13, 2014

Name: Pago de Cirsus, Single Vineyard Limited Edition Oak Aged

Anbaugebiet: Navarra, Spanien

Rebsorten: Tempranillo, Merlot, Syrah

Jahrgang: 2011

Wo gekauft: JWD

Preis: 4,95 €

Edles Etikett, bei dem ich mich zunächst mal vergewissern musste, mich hier nicht an einem der Stars meines Kellers zu vergreifen. Aber nein, Supermarktpreise trotz großer Worte auf der Frontscheibe.

Im Glas begeistert zunächst die tiefrot bis schwarze, fast völlig undurchsichtige Farbe. Das macht was her! Dekantiert könnte man mit dieser Blutkonserve schon mal den etwas unbedarfteren Gast gehörig beeindrucken. Ein Dekanter wäre bei diesem spanischen Roten überhaupt angebracht, wie sich kurz nach dem Öffnen zeigt. Die Nase ist noch durchaus gefällig, dicht und aromatisch, mit Noten von Brombeere und Blaubeere überlagt von einer nicht zu überriechenden alkoholischen Grundlage (14% stehen auf der Uhr). Beim ersten Schluck allerdings bleibt außer den adstringierenden Tanninen der Holzfässer nicht viel hängen. Der Wein ist noch komplett zu – nicht unangenehm zwar, aber dafür braucht es keinen “Single Vineyard”.

Eine halbe Stunde später setzen sich einige Waldfrüchte sehr zögerlich durch, in den ersten drei Fünfteln allerdings bleibt der Wein ein hochseriöser und knochentrockener Geselle, bei dem mir spontan nicht einfällt, zu was ich ihn kulinarisch einsetzen würde. Alleine, zum Abendausklang, hat er sicher seine Qualitäten, vor allem bei Leuten, die ihren Espresso nicht süßen und gerne hochprozentige Bitterschokolade verspeisen. Ein typischer Spanier, ehrlich vinifiziert, und sicherlich mit dem Potenzial, noch einige Jahre zu liegen. Selten bei dieser Preislage, aber den Tropfen würde ich gerne in ein paar Jahren noch mal probieren.

Ji Ye sagt: Braucht Luft.


Torbolone, La Vialla

Saturday Nov 17, 2012

Name: Torbolone

Anbaugebiet: Toskana, Italien

Rebsorten: Sangiovese, Cabernet Sauvignon, Merlot

Jahrgang: 2010

Wo gekauft: Versand

Preis: ca. 5,75 €

Dieses ist der erste von einer Reihe von demnächst zu testenden Weinen des dubiosen italienischen Versandhandels La Vialla. Dubios deshalb, weil Branding und Marketing sehr überzeugend vorgaukeln, die Produkte seien von Hand auf einem kleinen toskanischen Bauernhof hergestellt, dabei setzt der Bekanntheitsgrad der Marke mittlerweile eine industrielle Fertigung größeren Ausmaßes voraus. Nun gut, die Feinkostprodukte sind in aller Regel lecker, und wir schauen jetzt mal, ob es sich mit den Weinen ebenso verhält.

Die Flasche kommt mit Naturkorken, auf handbeschrieben gemachten, schlichtem Etikett und ohne Barcode, dafür aber mehreren Bio-Siegeln daher.

Im Glas zeigt der Torbolone eine matte, ins Trübe gehende, aber dunkle Farbe. Das Bukett ist zunächst zurückhaltend und verrät erst nach langem Schwenken ein paar fruchtige Noten, nach kandierten Kirschen und Rumfrüchten. Im Geschmack ist der Wein dann sehr geradeaus – viel Adstringenz, Säure, ein trockenes, staubiges Mundgefühl und einen kurzen und kratzigen Abgang. Weinfremde Aromen sind kaum wahrzunehmen. Der Wein baut keinen Körper auf  und bleibt flach, kalt und im Geschmack leicht (obwohl die immerhin 13,5% auf mehr Durchschlagskraft schließen lassen). Dabei trinkt sich der Wein durchaus angenehm, wenn man keinen Aromenknaller erwartet. Freundlich desinteressiert begleitet er das Essen und sollte am besten vor dem letzten Gang geleert werden, denn für gedankenschwere Schlucke danach bringt er einfach nicht das notwendige Format mit.

Sicherlich einer der besseren Bio-Weine, die ich bisher getrunken habe, und sicherlich auch nicht untypisch für einen toskanischen Roten, aber insgesamt nur ein trockener und emotionsloser Geselle für unbesondere Anlässe.

Ji Ye sagt: So gut ist er nicht.


Crianza, Bodegas Miquel Oliver Mont Ferrutx

Thursday Sep 1, 2011

Name: Mont Ferrutx

Anbaugebiet: Plà i Llevant

Rebsorten: Callet, Fogoneu, Tempranillo, Manto Negro

Jahrgang: 2008

Wo gekauft: Vinos

Preis: 8,95 €

Direkt nach dem Öffnen perlt der Mallorquiner schwer und tiefrot ins Glas. Im ersten Schluck massive und breite Fruchtaromen, die zunächst alles überdecken, mit einem intensiven Geschmack nach Johannisbeergelée. Nach einigen Schlucken mindert sich die breite Aromenfront und ein wenig Holz tritt zutage. Die Nase verrät den recht hohen Alkoholgehalt und lässt wenig Aromen durch. Als der Wein im Magen ankommt, erstaunt die trotz der Schwere des Weins doch merkliche Säure.

Nach einiger Zeit wandelt sich der Charakter des Weins. Die Schwere mindert sich und wird ersetzt durch ein mineralisches und nicht gerade reichhaltiges Aromengerüst. Einzelne Aromen herauszufinden fällt schwer – möglicherweise Erdbeer, Schnupftabak, unreife Brombeere, Waldboden. Positiv: der Abgang ist angenehm, der Geschmack langanhaltend, die Astringenz gerade richtig. Lässt man den Wein im Glas kreisen, fallen Schattierungen auf, die man sonst selten sieht – in sonst tiefem Rot fast rosa- oder lachsfarbene Reflexe.

Fazit: erfrischend anders, ein Trinkerlebnis abseits der üblichen Standards, wohl auch bedingt durch die unüblichen Rebsorten. Dabei gut trinkbar, die Flasche hat sich mal wieder zu schnell geleert.

Ji Ye sagt: Schlecht ist nicht.


Domaine la Jouve Les Mourizards, Vignobles Richard Gontier

Sunday Nov 14, 2010

Name: Domaine la Jouve Les Mourizards

Anbaugebiet: Côtes du Rhône

Rebsorten: Grénache, Syrah, Mourvèdre

Jahrgang: 2008

Wo gekauft: Weing’schäft

Preis: 8,50 €

Erste Nase direkt nach dem Öffnen noch sehr alkoholisch, dieser Eindruck verfliegt aber nach ein paar Minuten. Dann sehr rundes Bukett nach dunklen Früchten und etwas Holz. Der Geschmack dieses Côtes du Rhône ist ebenso rund, vollmundig, gut ausgebaut und mit feinen Tanninen. Man schmeckt die Sonne Südfrankreichs, und der Wein kommt auch mit 13,5% Vol. daher; dennoch fehlt auch eine solide Säurestruktur keineswegs. Längeres Schnüffeln und Durch-die-Zähne-ziehen entlockt dem Wein ein wenig Lakritz, aber aromenmäßig bleibt das Tröpfchen recht konventionell.

Ein durchweg überzeugender, wenn auch in keinem Bereich wirklich hervorstechender Wein, der zu allen herzhaften Herbst- und Wintergerichten eine gute Figur machen dürfte.

Ji Ye sagt: Gut.


Primitivo, Farnese

Tuesday Oct 5, 2010

Name: Primitivo

Anbaugebiet: Apulien, Italien

Rebsorten: Primitivo

Jahrgang: 2009

Wo gekauft: JWD

Preis: 23,00 Euro für 5 Liter

Der Sangiovese von Farnese ist ja in diesem Blog schon positiv aufgefallen, und der Primitivo desselben Hauses soll noch eine Spur besser sein. Da es immer so laut im Innenhof scheppert, wenn ich sonntagmorgens meine leeren Weinflaschen gen Recycling in die Tonne trete, hab ich aus Rücksicht auf meine Nachbarn mal wieder zum Schlauch gegriffen. O’zapft is.

Ein beeriges, fruchtig aromatisches Aroma entströmt diesem tiefdunklen Roten. Noten von Erdbeer, (stärker) Kirsche und ein klein wenig Orange vermischen sich, ihre Intensität verleiht ihnen eine gewisse brausehafte Künstlichkeit, die aber nur bei starkem Beschnuppern des Tröpfchens zutage tritt. Ein vollmundiger, dominanter Körper grüßt den Gaumen, erinnert an die Sonne Italiens, kommt aber nicht ohne eine starke Säurestruktur daher. Das Geschmackserlebnis dann sehr stabil, bodenständig, zechfest. Ein kurzer, aber angenehmer und harmonischer Abgang rundet diesen ausgewogenen, angenehmen und nicht gerade zartbesaiteten Wein ab. Etwas für kräftige Speisen, die sich von einem dominanten Wein nicht die Show stehlen lassen, und tatsächlich auch für Pizza und Pasta. Für einen guten Flaschenwein hätte dieser Primitivo zu wenig Raffinesse, als Schlauchwein macht er seinem Namen alle Ehre und ist ein verlässlicher Tropfen für unaufgeregte Abende.

Ji Ye sagt: Lecker.


Weinblog-Videowoche: Cabernet Sauvignon, Circus

Tuesday Jul 20, 2010

Name: Circus

Anbaugebiet: Mendoza

Rebsorten: Cabernet Sauvignon

Jahrgang: 2008

Wo gekauft: Vinexus

Preis: 5,49 Euro


Weinblog-Videowoche: Cabernet Sauvignon, Baron Philippe de Rothschild

Monday Jul 19, 2010

Name: Baron Philippe de Rothschild

Anbaugebiet: Languedoc-Roussillon

Rebsorten: Cabernet-Sauvignon

Jahrgang: 2008

Wo gekauft: Vinexus

Preis: 7,15 Euro


Weinblog-Videowoche: Toscar, Salvador Poveda

Sunday Jul 18, 2010

Name: Toscar

Anbaugebiet: Alicante

Rebsorten: Monastrell

Jahrgang: 2007

Wo gekauft: Vinexus

Preis: 4,14 Euro


Weinblog-Videowoche: Delheim Rosé

Saturday Jul 17, 2010

Name: Delheim

Anbaugebiet: Südafrika

Rebsorten: Pinotage, Muscat de Frontignan

Jahrgang: 2010

Wo gekauft: Vinexus

Preis: 6,80 Euro


Weinblog-Videowoche: Pauser Classic Riesling

Friday Jul 16, 2010

Name: Pauser Classic Riesling

Anbaugebiet: Rheinhessen

Rebsorten: Riesling

Jahrgang: 2009

Wo gekauft: Vinexus

Preis: 6,90 Euro